Tierarztpraxis "Duovet" in Schweiggers: CT-Bilder von Hund & Katze

„Duovet“ hat kräftig investiert – und sieht Versorgungsauftrag für die ganze Region.

Erstellt am 24. November 2021 | 09:46
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Haustiere als Patienten: Stamatios und Matthias Dourakas haben in einen Computertomographen investiert.
Foto: Anna Hohenbichler

Was bei seiner Eröffnung vor vier Jahren als die „modernste Tierarztpraxis Niederösterreichs“ galt, ist seit wenigen Tagen um eine weitere Investition reicher: Matthias und Stamatios Dourakas haben in ihrer Tierarztpraxis „Duovet“ in Schweiggers zugebaut und in den neuen Räumlichkeiten unter anderem Platz für einen Computertomographen geschaffen – der erste in der Umgebung.

Das Tierärzte-Duo sieht darin eine Verbesserung für die gesamte Region: Bisher habe man Tierbesitzer für Computertomographien nach Hollabrunn oder St. Pölten schicken müssen. Weil: Näher gab es kein Gerät. „Einer unserer Hauptgedanken war eben, dass die Kunden nicht mehr so weit fahren müssen“, erklärt Stamatios Dourakas. Der Vorteil des CT gegenüber einem Röntgen seien die Schnittbilder und ihre Genauigkeit, sagt Matthias Dourakas: „Es wird vor allem in der Krebsdiagnostik verwendet, weil es Veränderungen schon im Millimeter-Bereich zeigt.“ Auch in der OP-Planung, bei Wirbelsäulen- und Gelenksverletzungen erhofft er sich vom neuen 32-Zeilen-Computertomographen einen großen Nutzen. Und: „Man kann damit das Innere der Ohren und das Gebiss gut darstellen.“

Der Unterschied zu Computertomographen aus der Humanmedizin? „Gibt es keinen“, sagen die beiden Tierärzte. Etwas ist doch anders: Im Raum stehen auch Geräte für die Anästhesie, Hund und Katze werden für die Zeit im CT nämlich sediert. Während das Gerät seine Arbeit macht, kann Matthias Dourakas den Vorgang durch eine Glasscheibe mitverfolgen. „Das ist alles verbleit, für den Strahlenschutz“, sagt er und deutet auf das Fenster und die Türe. Das CT soll ab Anfang Dezember für den regulären Betrieb benutzt werden, bis dahin wird noch getüftelt und ausprobiert. Zum neuen 150 m² großen Zubau gehören auch ein Aufwachbereich und ein Technikraum fürs CT sowie eine Erweiterung des OP-Bereiches – die allerdings erst im nächsten Jahr eröffnet werden.

Hygienekonzept an Krankenhaus angelehnt

Die Investition in den nagelneuen Computertomographen war freilich keine kleine, sei es aber wert: „Es macht schon einen Unterschied, ob ein Tier eine halbe Stunde drinnen ist oder nur ein paar Minuten“, spricht Matthias Dourakas die rasche Bildgebung an. Hinsichtlich Hygiene habe man sich sogar an Krankenhäusern orientiert und wert auf kurze Wege gelegt, sagt er.

Etwa ein Jahr Vorlaufzeit hat es gebraucht, bis die Großinvestition ihren Weg nach Schweiggers gefunden hat. Matthias Dourakas nennt es den „letzten Puzzlestein“, der in Sachen Diagnostik noch gefehlt habe: Röntgen, Zahnröntgen, Blutlabor, Ultraschall und Endoskop gibt es bereits. Zur Darstellung von Gefäßen im CT kann Kontrastmittel verabreicht werden – auch das ist aus der Humanmedizin bekannt. „Eine Diagnose zu finden, ist der Grundstein, um Maßnahmen setzen zu können. Tierbesitzer verlangen fundierte Diagnostik, damit sie entscheiden können, welche Behandlungen gemacht werden“, sagt Stamatios Dourakas. Und schließlich hätten sich auch die Anforderungen geändert, ergänzt Sohn Matthias: „Heute haben wir Operationssäle, in denen wir wahrscheinlich auch Menschen operieren könnten.“