Bärenwald Arbesbach baut aus. Auf einem nördlich angrenzenden Waldstück von ca. 10.000 Quadratmetern plant die Tierschutzorganisation Vier Pfoten zwei weitere Bärengehege, zugehörige Teiche und Höhlen. Der Besucherweg wird verlängert.

Von Red. Zwettl. Erstellt am 07. Juni 2021 (09:04)

„Der Bärenwald Arbesbach hat sich trotz der entlegenen Lage sowohl als Tierschutz-Bildungszentrum als auch als Ausflugsziel sehr gut etabliert. In den letzten Jahren konnten wir rund 40.000 Gäste pro Saison begrüßen. Mit dem Ausbau können wir einerseits den Tourismusstandort stärken. Andererseits gibt es leider außerhalb Österreichs nach wie vor Bären, die unter entsetzlichen Bedingungen leben. Ihnen möchten wir in Zukunft ein schönes, möglichst artgemäßes Leben bieten“, erklärt Betriebsleiterin Sigrid Zederbauer den Ausbau.

Derzeit leben im Bärenwald Arbesbach die vier Bären Brumca, Tom, Emma und Erich in vier Gehegen auf 1,6 Hektar. Ein weiterer Hektar angrenzendes Land wurde bereits vom Gastronomen Michael Kolm erworben, der es an Vier Pfoten verpachtet. Kolm ist Besitzer des gesamten Bärenwald Grundstückes und Betreiber des benachbarten „Bärenhof Kolm“.

Die von der Marktgemeinde Arbesbach beantragte Änderung des Flächenwidmungsplanes wurde bereits bewilligt. Abgesehen von der Erweiterung für potenzielle Schützlinge wird Vier Pfoten auch den Besucherweg verlängern. „Wir wollen mit interaktiven Stationen das Thema Tierschutz erlebbarer machen“, erzählt Zederbauer. „Denn abgesehen von unserer Mission, uns um Bären aus schlechten Haltungsbedingungen zu kümmern, haben wir auch einen klaren Bildungsauftrag. Es ist unser Anliegen, ein besseres Miteinander von Mensch und Tier zu fördern.“

Mehr Platz für Bären-Notfälle

In Österreich haben Vier Pfoten und der Bärenwald Arbesbach ihre beiden Ziele erreicht: Alle Bären aus schlechter Haltung, wie etwa Zirkusbären, konnten gerettet und übernommen werden, die Privathaltung von Bären ist seit 2018 endlich gesetzlich verboten. Es war einer skurrilen Ausnahme im Gesetz geschuldet, dass Bären als Wildtiere bis dahin noch privat gehalten werden durften.

Aber bereits im grenznahen Umfeld gibt es nach wie vor etliche Fälle von katastrophalen Bärenhaltungen. In den österreichischen Nachbarländern Slowakei, Slowenien und Tschechische Republik gibt es noch einige Bären, die nicht artgemäß gehalten werden, etwa als Zirkusbären, Restaurant-Attraktion oder in Schlossgräben. Aber auch in Südosteuropa leben noch zahlreiche Bären in schlechter Haltung. „Der Bärenwald Arbesbach wäre bereit, in den neuen Gehegen  verstärkt solche 'Bären-Notfälle' unterzubringen. Darüber hinaus wollen wir uns auch für gesetzliche Veränderungen einsetzen - mit dem Ziel, letztendlich alle Bären vor einem qualvollen Leben zu bewahren“, sagt Sigrid Zederbauer.