Zwettl - Ein Leben auf der Bühne. Magdalena Mikesch wuchs mit der Schauspielerei auf. Das Hobby wurde schließlich zum Beruf.

Von Angelika Koll. Erstellt am 28. Februar 2021 (05:02)
Schauspielerin Magdalena Mikesch kommt immer wieder gern nach Zwettl zurück.
Volker Schmidt

Die Schauspielerei wurde Magdalena Mikesch sozusagen in die Wiege gelegt. Mit der NÖN sprach sie über ihren Beruf, bisherige Höhepunkte und wie sie die Zeit der Lockdowns verbracht hat.

„Ich bin nicht zur Schauspielerei gekommen. Das war einfach immer so“, meint Mikesch. Schon im Bauch ihrer Mutter sei sie auf der Bühne gewesen. Immerhin ist das Schauspielen bei ihren Eltern ein beliebtes Hobby und in Wiener Neustadt betreiben die Großeltern sogar ein Theater, wo die 26-Jährige früher oft zu sehen war. Auch bei zahlreichen Theaterstücken in Zwettl wirkte sie mit und Magdalena sollte schließlich die Erste der Familie werden, die das Hobby zum Beruf macht. Nicht einmal ihre Matura konnte sie vom Schauspielen abhalten und so ließ sie es sich auch am Tag vor der Deutschklausur nicht nehmen, eine Premiere in Wiener Neustadt zu spielen. „Ich wusste dann schon beim Schreiben, dass der Text nichts wird“, erzählt Mikesch, die sonst eine gute Schülerin war. Über den Vierer bei der Matura hat sie sich damals geärgert. „Mittlerweile finde ich es lustig. Ich habe ja am Tag davor das gemacht, was ich immer machen wollte“, sagt die Schauspielerin.

Eigene Projekte begeistern besonders

Dafür konnte sich Mikesch danach ganz der Schauspielerei widmen: Nach der Matura ging es nach Wien, wo sie drei Jahre Schauspiel studierte. „Das Studium war spannend“, meint Mikesch, erwähnt aber auch: „Im zweiten Jahr war ich auch einmal an einem Punkt, wo ich dachte, ich kann überhaupt nicht schauspielen.“ Gegen Ende des Studiums wollte sie aber vor allem nur noch eines: Hinaus in die Welt des Theaters.

Seit 2016 ist Mikesch als freischaffende Schauspielerin tätig und war in verschiedenen Produktionen zu sehen, etwa am Volkstheater oder im Raimundtheater in Wien. Die Projekte, die sie am meisten gefesselt haben waren aber meist diejenigen, die sie selbst auf die Beine gestellt hat. „Da steckt noch viel mehr Herzblut drin, als wenn man nur engagiert wird“, meint Mikesch. Mit Kollegen gründete sie das Ensemble distrACT, mit dem sie Stücke auf die Bühne bringt, die nicht nur schön sind, sondern vor allem auch dazu anregen sollen, im Nachhinein noch darüber nachzudenken.

Halbes Jahr geplant, in einem Tag abgesagt

Dass derzeit keine Veranstaltungen möglich sind, trifft die Schauspielerin natürlich. „Corona war ein Schock“, sagt Magdalena, die sich zum Start des ersten Lockdowns noch auf Tournee in Hamburg befand. Dann regnete es natürlich Absagen. Zuerst hätte noch die Überlegung bestanden, im Off-Theater, wo dies anfangs noch möglich war, zu spielen, aber auch das fiel schnell dem Virus zum Opfer. „Wofür ein halbes Jahr geplant wurde, war in einem Tag abgesagt“, erzählt Mikesch.

Derzeit plane sie keine Stücke. Ideen seien natürlich vorhanden, bleiben aber erst einmal liegen. Im Sommer konnte Mikesch noch am Hin & Weg Festival in Litschau die Produktion „Schluss mit dem Theater“ gemeinsam mit Tobias Schilling und einem klein besetzen Ensemble umsetzen. Sie erwähnt: „Ich habe das Gefühl, in der Filmbranche ist es derzeit leichter.“ Immerhin gibt es dort kein Publikum und obwohl sie immer eher im Theater zu Hause gewesen ist, interessierte sie sich im letzten Jahr vermehrt dafür.

Wofür Magdalena in Zeiten der Pandemie nun aber die nötige Zeit bleibt, ist ihr geplanter Umzug nach Deutschland. Ihr Freund erhielt dort ein Engagement. „Ich bin nun schon seit ein paar Jahren in Wien, jetzt freue ich mich darauf, die Theaterszene in Deutschland kennenzulernen“, meint Mikesch. Die Wurzeln in Zwettl sind aber nicht vergessen. „Das Waldviertel wird immer mein Rückzugsort sein“, gesteht sie. Da es keine Auftritte gab, verbrachte sie auch die Winterzeit bei ihren Eltern. „Ich bin auch dankbar dafür und habe das genossen, vor allem da ich bald umziehe“, sagt Mikesch. Zudem gibt sie an, die Gelegenheit genutzt zu haben ihre Großmutter, nach einem Covid-Test, zu besuchen, sich ihre Geschichten anzuhören und im alten Fotoalbum zu stöbern.

So mühsam die Coronapandemie auch ist, kann Mikesch doch daraus mitnehmen, etwas mehr auf sich selbst zu schauen. „Als Schauspielerin ist man oft einmal ausgelaugt und immer auf Jobjagd. Ich fand es auch ganz reinigend, das jetzt einmal nicht machen zu können“, meint sie.