Anstieg bei Frauen-Arbeitslosigkeit im Bezirk Zwettl. Erstmals wieder mehr Arbeitslose im Bezirk Zwettl als im Vorjahresmonat. Anstieg fand ausschließlich bei Frauen statt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. August 2019 (04:20)
René Denk
AMS-Leiter Kurt Steinbauer analysiert die Arbeitsmarktdaten des Bezirks.

Erstmals seit Februar 2017 sind Ende Juli die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. 688 Personen, davon 357 Frauen und 331 Männer, waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl arbeitslos gemeldet. Das sind elf Arbeitslose mehr als Ende Juli 2018.

Betroffen von diesem Anstieg sind ausschließlich Frauen (plus 14), die Zahl der jobsuchenden Männer ist hingegen um drei gesunken.

Weiterhin stark rückläufig sind im Bezirk Zwettl die Arbeitslosenzahlen bei den unter 25-Jährigen. Hier sind es um 28,7 Prozent weniger Arbeitslose, während das AMS-Vormerkregister bei den über 50-Jährigen wieder um 13,8 Prozent oder 36 Personen gewachsen ist.

Im Laufe des vergangenen Monats meldeten sich insgesamt 240 Personen beim AMS Zwettl arbeitslos. Gleichzeitig wurde bei 189 Arbeitslosen die Vormerkung zur Jobsuche beendet. Davon konnten 80 mit direkter oder indirekter AMS-Unterstützung wieder eine Beschäftigung aufnehmen, 23 sind in eine Schulung eingetreten und in 86 Fällen wurde die Vormerkung aus sonstigen Gründen, wie Krankenstand, Meldeversäumnis oder Auslandsaufenthalt beendet.

Förderprogramm soll bei Qualifizierung helfen

Bei den Unternehmen hält die Nachfrage nach Arbeitskräften an. „Trotz oder gerade wegen des schwächeren Wirtschaftswachstums sind die Vermittlungsaktivitäten des AMS das Um und Auf. So konnten unsere Berater den Kunden im ersten Halbjahr mit mehr als 4.300 Vermittlungsvorschlägen um knapp 300 mehr als im Vorjahr machen und so viele neue Zugangschancen zum Arbeitsmarkt eröffnen“, berichtet der Zwettler AMS-Leiter Kurt Steinbauer.

Nicht immer passt jedoch das beim AMS vorgemerkte Arbeitskräftepotenzial mit den ausgeschriebenen Stellen und den erforderlichen Kompetenzen zusammen. „Mit dem Förderprogramm AQUA (Arbeitsplatznahe Qualifizierung) versuchen wir, in Zusammenarbeit mit den Unternehmen geeignete Jobsuchende bedarfsgerecht so zu qualifizieren, dass eine Anstellung im Betrieb ermöglicht wird. Über diese Förderschiene werden etwa Berufslenker oder auch Pflegekräfte beziehungsweise Heimhilfen ausgebildet, weil gerade in der Transportwirtschaft und im Pflegebereich dringend Personal gesucht wird“, erklärt Steinbauer.