Trockenheit: Droht ein Drama im Wald?. Milder Winter / Vor allem die drohende Borkenkäferplage ist derzeit ein Problem. Mit dem Anbau sollte noch zugewartet werden.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 11. März 2014 (23:59)
Der milde Winter hat der Borkenkäfer-Population gut getan – das wiederum tut den Wäldern nicht gut, eine Käfer-Invasion (im Bild der „Buchdrucker“) wird befürchtet.
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Von Brigitte Lassmann-Moser

BEZIRK ZWETTL / Der zweitwärmste Winter seit fast 250 Jahren sorgt für Probleme in der Landwirtschaft. Es fehlt an Niederschlägen, die Böden sind ausgetrocknet, vor allem für den Wald dürften die Konsequenzen massiv sein. Und der Borkenkäfer ist bereits startklar…

Wesentlich früher als sonst hat in großen Teilen Niederösterreichs die Aussaat bereits begonnen. Weizen, Gerste und Frühkartoffeln sind großteils bereits angebaut. Im Waldviertel selber warten die Bauern noch ab. In einer Zeit, in der normalerweise noch keine Arbeit auf den Feldern ist, sind sie verunsichert, ob sie aufgrund der milden Witterung bereits mit dem Anbau beginnen sollen, um die wenige Feuchtigkeit, die die Böden noch haben, auszunutzen, damit es zu einer Keimung kommt.

Davon rät Bezirksbauernkammerobmann Dietmar Hipp jedoch ab. Aus seiner Sicht wäre es besser, noch etwas abzuwarten, „es muss ja noch Niederschlag kommen“, denn an ein Jahr, in dem der Winter bereits im Jänner aus war, könne er sich nicht erinnern.

„Schwierig, aber noch nicht zu spät"

Im Bezirk Zwettl seien die Probleme, die der milde Winter in der Landwirtschaft verursacht, noch nicht so deutlich absehbar, meint Hipp. Das Wintergetreide wird zwar gelber statt grüner, weil es so trocken ist, und die Wurzeln können den Dünger nicht aufnehmen. „Die Situation ist schwierig, aber noch nicht zu spät“, so der Bezirksbauernkammerobmann.

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Sollte aber nicht bald Niederschlag kommen, „wird es bei uns ausschauen wie jetzt in anderen Teilen des Landes“. In welcher Form Niederschlag bei uns kommt, ob als Regen oder als Schnee , sei egal – nur Unwetter mit schwerem Regen dürfen es nicht sein.

Frühes Reagieren notwendig

Das würde vor allem auch dem Wald schaden, für den die Konsequenzen der Trockenheit weitaus schlimmer sein könnten. „Für den Wald fürchte ich große und dramatische Folgen“, erklärt Dietmar Hipp. Die Schädlings-Populationen sind in diesem Winter kaum ausgefallen – so gibt es bereits jetzt wieder Zecken, und der Borkenkäfer scharrt förmlich in den Startlöchern.

Aufgrund der drohenden Borkenkäfergefahr wird die Bezirksbehörde demnächst eine Verordnung erlassen. Alle Waldbesitzer werden aufgefordert, ihre Forste auf Borkenkäfer zu untersuchen, damit man entsprechend früh reagieren kann.

Dietmar Hipps Wunsch wäre es, dass in der heimischen Landwirtschaft noch alles etwa vierzehn Tage ruhen kann, damit sich der Boden ausrasten kann. „Und dann kann der Frühling kommen!“