Start für den „Assisi-Hof“in Wielands. Tierschutzverein baut Hof in Wielands zu Auffangstation für notleidende Tieren um.

Von Markus Füxl. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:45)
Österreichischer Tierschutzverein
Dieser Hof in Wielands wird gerade zu einer Tierauffangstation umgebaut.

Ein außergewöhnliches Angebot für Tiere entsteht gerade in Wielands bei Grafenschlag: Der Österreichische Tierschutzverein (ÖTV) kaufte ein landwirtschaftliches Anwesen und möchte dieses in einen sogenannten „Assisi-Hof“ umbauen. Dort sollen notleidende Tiere ein neues Zuhause finden und entweder einen schönen Lebensabend verbringen, oder an gute Plätze weitervermittelt werden.

„Wir waren lange auf der Suche nach einem passenden Anwesen. Hier ist es schön abgelegen, trotzdem herrscht Leben im Ort“, erklärt Betriebsleiterin Katharina Stoik im Gespräch mit der NÖN. In Niederösterreich betreibt der Verein einen weiteren solchen Hof in Stockerau, in Oberösterreich einen in Frankenburg. Das Anwesen in Wielands gehörte zuvor Johann Prock.

Vier Hühner bereits vor Ort, Lamas kommen

„Zu uns sollen Tiere kommen, die heimatlos geworden sind, von denen die Besitzer verstorben sind oder die verwahrlost gefunden wurden und sonst eventuell geschlachtet werden“, erklärt Stoick. Auf dem Anwesen leben aktuell nur vier Hühner. In naher Zukunft sollen noch zwei Lamas, sieben Schweine, sieben Schafe, vier Ziegen, sieben Pferde, eine Kuh, zwei Gänse, vier Hunde sowie mehrere Katzen und Hasen dazu kommen.

Damit die genug Platz haben, wird bereits am Umbau gearbeitet. So wird neben dem Ausbau des modernisierten Innenareals an den Umzäunungen der sechs Weideflächen gearbeitet. Ein Katzen- und Hundehaus, Ausläufe und der Bau einer Quarantänestation müssen noch finanziert werden. „Außerdem entstehen Boxen für Pferdestallungen, die so viel natürliches Licht wie möglich hineinlassen sollen“, erklärt Stoik.

Platz für die Tiere gibt es in Wielands genug. Der Hof umfasst 300 Quadratmeter sowie zwei Hektar Fläche. Damit der Auf- und Umbau des neuen Assisi-Hofs gelingt, werden aktuell noch 80.000 Euro benötigt. Auch bei der Arbeit zählt der Verein auf Freiwillige: „Es haben sich aus dem Ort bereits viele Kinder gemeldet. Sie wollen bei der Stallarbeit mitarbeiten“, freut sich Stoik. Der Hof soll „eine Institution werden, wo Kinder die Nähe zu den Tieren finden“, sagt die Betriebsleiterin. Außerdem sollen Leute Patenschaften für die Tiere übernehmen können. Sie können dann auf dem Hof übernachten.

Aktuell sind zwei Mitarbeiter in Wielands vor Ort. Der ÖTV betreibt dort auch eine Tierrettung, die bei Bedarf auch ausrückt, um notleidende Tiere abzuholen.