Straße birgt nach wie vor Zündstoff. Grüne führten Verkehrszählung durch und üben Kritik, Straßenmeister kontert.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 27. September 2017 (04:00)
Brigitte Lassmann-Moser
Stadtrat Ewald Gärber, Michaela Haumer (IGJ), Grünen-Obfrau Silvia Moser und Bezirkssprecher Andreas Piringer präsentierten die Zahlen ihrer Verkehrszählung.

Eine Verkehrszählung vor und nach Eröffnung der Zwettl-Umfahrung führten die Grünen auf sämtlichen Einfahrtsstraßen in die Bezirkshauptstadt durch und präsentierten jetzt das Ergebnis.

"Rückgang bei PKWs weniger markant"

Die Grünen haben Ende Mai und Mitte September, jeweils an einem Mittwoch von 6.30 bis 8 Uhr, in der Allentsteiger Straße, am „Weißen Berg“, beim Kastner-Kreisverkehr, in der Weitraer Straße und in der Gerungser Straße Höhe Arbeiterkammer die passierenden Fahrzeuge gezählt. Ergebnis: Der Pkw-Verkehr hat sich seit Eröffnung der Umfahrung um 28,6 % reduziert, der Lkw-Verkehr ist um 39,15 % zurückgegangen, wobei das Ergebnis der Zählung je nach Standort recht unterschiedlich war.

Mit dem Rückgang des Schwerverkehrs sind die Grünen, die gegen die Umfahrung aufgetreten waren, „schon zufrieden“, bei den Pkw seien „die Auswirkungen nicht so markant wie versprochen“, meint Stadtrat Ewald Gärber. „Es sind nach wie vor Gehirnschmalz und Lösungen notwendig, um zu dem Gewinn an Lebensqualität zu kommen.“ Noch sei, so Grünen-Obfrau Silvia Moser ergänzend, „der Preis, den wir dafür zahlen“, zu hoch. Und Bezirkssprecher Andreas Piringer übt nach wie vor Kritik an der „Überdimensionierung“ der Umfahrung.

Einmündung Richtung Rudmanns zu gefährlich

Kritik äußern die Grünen auch an der Einmündung in die Straße Rudmanns-Zwettl, wenn man aus Richtung Krems kommend von der Umfahrung abfährt, weil sie zu gefährlich sei. Hier wären die Sichtverhältnisse zu schlecht und die erlaubten 100 km/h, die auf der bevorrangten Straße gefahren werden dürfen, zu hoch.

Straßenmeister Gilbert Schulmeister versucht, im Gespräch mit der NÖN den Grünen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Man habe die Brücke über die B 38 zwischen Rudmanns und dem Kreisverkehr breiter gebaut, um eine bessere Sicht zu garantieren. Zwischenzeitlich habe man auch durch Abtragen eines Erdwalls und Zurücksetzung der Leitschiene den Sichtkegel Richtung Kreisverkehr verbessert. Auch in die andere Richtung werden Maßnahmen angedacht. „Wir werden die Situation dort aber weiter beobachten“, so Schulmeister.

Schulmeister: "Noch kein einziger Unfall"

Eine Verringerung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit könne nur über die Behörde erfolgen, aber für Schulmeister ist eine solche auch nicht unbedingt notwendig und er appelliert an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer: „Man muss ja nicht unbedingt die erlaubten 100 km/h fahren, sondern sollte die Geschwindigkeit an die neuen Verhältnisse anpassen!“

Generell ist der Straßenmeister zufrieden: „Die Umfahrung läuft sehr gut, wir hatten bisher noch keinen einzigen Unfall, und der Verkehr in der Stadt ist massiv zurückgegangen.“ Bei einem derart großen Projekt seien aber „Nachbesserungen“ notwendig, räumt er ein. „Wenn es wo Probleme gibt, versuchen wir, diese auf kurzem Weg zu lösen. Alles ist natürlich nicht möglich“, meint Gilbert Schulmeister. Eine offizielle Verkehrszählung nach Eröffnung der Umfahrung gab es bislang übrigens noch nicht.