Nach NÖN-Aufruf im Bezirk Zwettl: Hilfswelle rollt an. NÖN-Aufruf brachte Helfer für Hilfswerk. Zwettler programmierte Homepage.

Von Markus Füxl und Franz Pfeffer. Erstellt am 27. März 2020 (08:43)

Die Zwettler rücken zusammen: Seit den Ausgangsbeschränkungen der Bundesregierung formten sich im ganzen Bezirk Hilfsangebote.

Auf einen NÖN-Aufruf für das Hilfswerk Zwettl haben sich in kurzer Zeit 44 junge Personen gemeldet. Sie lösen die freiwilligen Essensfahrer ab, die zur Risikogruppe zählen. „Diesen spontanen Helfern gilt ein herzliches Dankeschön“, sagen der Vorsitzende Werner Preiss und Organisator Fritz Kolm.

Zwettler rief Homepage ins Leben.

Der Zwettler Fabian Todt hat die Homepage www.zwettlhilft.at ins Leben gerufen. Darauf sind sämtliche Hilfsaktionen in der Stadtgemeinde sowie regionale Betriebe, die Lieferservices anbieten, auf einen Blick zusammengefasst. „Ich habe die Seite in zwei Tagen aufgebaut. Mir geht es darum, Risikogruppen zu helfen und lokale Unternehmen aufzuzeigen.“ Herzstück der Seite ist die Vermittlung an die Hilfsaktion „Zwettl Miteinander – Füreinander“ der Stadtgemeinde. Dort werden freiwillige Helfer mit Personen vernetzt, die Hilfe bei Besorgungen benötigen.

Hilfe in allen Gemeinden.

Auch alle anderen Gemeinden im Bezirk bieten mittlerweile Hilfsdienste an. In Groß Gerungs etwa wurde eine Lebensmittel-Notfall-Versorgung von den Firmen Unimarkt, Gasthof Hirsch und dem Verein eMobile-Gerungs.at organisiert.

In Rappottenstein greift die junge Generation der Risikogruppe unter die Arme. Dort haben sich Sportverein und Landjugend bereit erklärt, alle Besorgungen für ältere Mitbürger zu erledigen: „Das ist eine sehr schöne Aktion unserer Vereine“, freut sich Bürgermeister Josef Wagner. In Schwarzenau haben sich bereits über 50 Bürger an die Aktion „Nachbarschaftshilfe“ angeschlossen. Auch Bürgermeister Karl Elsigan gehört dazu: „Wir sehen es als unsere Aufgabe, zwischen denen zu vermitteln, die Hilfe brauchen und denen, die Hilfe schenken wollen.“ Die Krise bewirke ein Umdenken: „Jetzt erkennen auch viele wieder, wie wichtig unsere Landwirtschaft ist, endlich! Nicht Mangos aus Mexiko oder Rindfleisch aus Argentinien“, sagt Elsigan.

Rechnungen werden gesammelt.

Im Waldviertler Kernland gibt es einen „Einkaufs-Bring-Dienst“. Personen bekommen bei den Nahversorgern eine Kundennummer. Freiwillige holen vorher bestellte Waren ab, die Nahversorger schreiben die Rechnung zusammen. „Am Monatsende bekommt der Kunde dann eine Rechnung. So ist kein Bargeld im Umlauf“, erklärt Waldviertler Kernland-Geschäftsführerin Doris Maurer.