Verein plant Hotline für Menschen mit Behinderungen. „Bewusst Bewegen Barrierefrei“ ist der etwas andere Verein aus dem Waldviertel. Seit 2018 bietet der Verein mit Sitz in Göpfritz ein breites Programm rund um Breitensport und Fitness an. Als Bezirksgruppe des Bundesverbandes für Menschen mit Behinderung (ÖZIV) im Waldviertel will Obmann und Gründer Andreas Weidenauer zudem eine Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen sein.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 30. November 2020 (16:05)
Vereinsobmann Andreas Weidenauer will eine Hotline für Menschen mit Behinderungen realisieren.
privat

Andreas Weidenauer ist sehbehindert. Auf dem rechten Auge ist er blind, das linke hat nur ein Fünftel der normalen Sehkraft. Bereits seit zehn Jahren ist er im Bereich der Behindertenarbeit engagiert und konnte dadurch bereits ein großes Netzwerk aufbauen, das aber noch weiter wachsen soll. „Mir kam schließlich die Idee, mit dem Verein Bewegung und Beratung miteinander zu verbinden“, erklärt Weidenauer zur Gründung.

Der Verein umfasst bisher um die 40 Mitglieder und bewegt mit seinem Programm jährlich an die 1.000 Menschen. Trampolinturnen, Zumba und Yoga sind einige der Angebote des Vereins. Heuer war das natürlich anders. „Momentan steht mit dem Lockdown alles“, erklärt Weidenauer. Nur ein Fünftel des geplanten Programms hätte umgesetzt werden können.

Auch wenn momentan ein kompletter Stillstand herrscht, hat der Obmann große Pläne für den Ausbau. Für 2021 will er eine eigene Hotline einrichten. Diese soll der erste Anlaufpunkt für Fragen zu Themen wie dem Behindertenpass, Pflegegeld und Behinderungen generell sein. „Die Nachfragen werden stetig mehr und ich bin mittlerweile an einem Punkt, wo ich auslagern muss“, meint Weidenauer. Ganz wichtig für ihn: Auch ohne Mitgliedschaft soll der Dienst jedem zur Verfügung stehen.

Hotline kostet 8.000 Euro pro Jahr

Besetzt soll das Telefon von einer 20-Stunden-Kraft werden. Der Betrieb würde im Jahr 8.000 Euro kosten. Für den Arbeitsplatz wünscht sich Weidenauer einen Rollstuhlfahrer. So soll auch ein Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung geschaffen werden. „Ich glaube zudem, dass ein Betroffener der beste Berater ist“, betont er. Für den Standort des Telefons ist er noch nicht fündig geworden. Es sollte aber unbedingt ein barrierefreies Büro sein, und da gäbe es laut Weidenauer nur wenige Kandidaten.

„Die Beratungsmöglichkeit ist ein enorm wichtiger Schritt. Ich hätte so etwas selbst schon gebrauchen können“, meint er. So wären ihm 16 Monate an Pflegegeld durch die Finger gerutscht. „Niemand hat mir gesagt, mir würde so etwas zustehen. Es scheitert leider oft schon an der Auskunft“, meint Weidenauer.

Spenden erwünscht

Im Rahmen des mittlerweile international etablierten „#GivingTuesday“ erhofft er sich nun Spenden für die Realisierung der Hotline. Weidenauer wendet sich sowohl an Privatpersonen als auch Firmen für Geld- oder Sachspenden (Büro, Laptop, Handy, Büroeinrichtung, Büromaterial). Der Verein „Bewusst Bewegen Barrierefrei“ ist unter (0699/81353511 oder office@b2b3.at zu erreichen.