Neue Doppelspitze bei URW Waldviertel. Silvia Atteneder zieht sich zurück. Peter Kirchmayr übernimmt als Obmann, Manager Werner Hahn wird Geschäftsführender Obmann.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 26. Juni 2020 (12:00)
Peter Kirchmayr (links) wird neuer Obmann der URW Waldviertel, Manager Werner Hahn (re.) übernimmt zusätzlich den Job des Geschäftsführenden Obmannes.
zVg (Kirchmayr) bzw. URW Waldviertel (Hahn)

Seit Ende der 1970er-Jahre stand Silvia Atteneder (70) den Waldviertler Volleyballern als Obfrau vor, führte den Verein via Arbesbach, Groß Gerungs und zuletzt Zwettl samt Namensänderung von „Arbesbach“ zu „URW Waldviertel“ bis in die österreichische Spitze und den Europacup. Zwei Vizemeister-Titel sowie Platz drei in der MEVZA waren die herausragenden Erfolge.

Bereits vor einigen Wochen kündigte Atteneder ihren Rückzug an – heute, Freitagabend wird auf der Generalversammlung ihre Nachfolge geregelt.

Dabei wird‘s zu einer Doppelspitze-Lösung kommen: Der bisherige Manager Werner Hahn (50) übernimmt die Funktion des Geschäftsführenden Obmannes, während Quereinsteiger Peter Kirchmayr den klassischen Obmann-Job übernimmt.

Peter Kirchmayr wird neuer Obmann der URW Waldviertel.
zVg

Der Neo-Funktionär freut sich auf seine neue Aufgabe: „Silvia Atteneder hat mich schon vor eineinhalb Jahren einmal gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Damals hab‘ ich noch abgesagt. Als ich vor ein paar Wochen wieder gefragt wurde, habe ich schließlich zugesagt.“ Auch deswegen, weil der neue Vorstand „breiter aufgestellt“ ist, wie der Neo-Obmann betont. „Da liegt alles nicht nur auf zwei, oder vier Schultern, sondern wir sind ein großes Team.“

Ein richtiger Quereinsteiger

Der 50-jährige Kirchmayr ist gebürtiger Linzer, als IT-Spezialist in der Unternehmensberatung und Digitalisierung tätig und kam, wie er sagt, einst „der Liebe wegen“ ins Waldviertel. Dort lebt er in Kleinweißenbach, einer Katastralgemeinde von Großgöttfritz. Verbunden mit dem Volleyball war er bisher vor allem aufgrund seiner Töchter, die beide bei der SPU Zwettl sowie dem RAZ Waldviertel spielen. „Ich bin seit Jahren bei jedem Spiel dabei“, erlebte er den Verein bisher von der Fan-Seite.

Nun wechselt er in die Vereinsführung. Kirchmayr soll nun an der Spitze des Vorstandes stehen, quasi das „Gesicht nach außen“ darstellen. In die sportlichen Belange möchte er sich nicht einmischen. „Natürlich werden wir alles abstimmen. Aber ich werde sicher nicht mitreden, welche Spieler wir holen, oder wie deren Verträge aussehen. Da hat Werner Hahn das vollste Vertrauen.“ Kirchmayr weiß, dass er den Verein „auf einem hohen Level“ übernimmt. „Meine Hoffnung ist, dass wir sportlich dort anschließen, wo wir vor Corona aufgehört haben.“ Hier stand URW Waldviertel im Halbfinale der AVL, hätte zum dritten Mal in Serie die Finalspiele erreichen können und hatte gerade Platz drei in der Mitteleuropa-Liga MEVZA eingetütet.

Fürs Sportliche zuständig: Werner Hahn

Dafür, dass sich wieder die sportlichen Erfolge einstellen, dafür ist Werner Hahn (50), Manager seit einer gefühlten Ewigkeit, zuständig. Hahn wurde in seiner neuen Funktion als „Geschäftsführender Obmann“ aufgewertet. Für ihn war das ein „logischer Schritt“.

Manager Werner Hahn übernimmt zusätzlich den Job des Geschäftsführenden Obmannes.
URW

„Mir liegt der Verein sehr am Herzen. Aber nicht nur das: Mittlerweile hängen hier zwölf Arbeitsplätze dran. Und außerdem ist der Verein nicht nur die Kampfmannschaft, sondern ist auch im Nachwuchs und in sonstigen Bereichen viel passiert in den vergangenen Jahren.“ Demnächst soll der sportliche Betrieb „wieder hochgefahren“ werden, soll es die ersten Kader-Entscheidungen für die kommende Saison getroffen werden.