Pioniere in der Wirtschaftskammer Zwettl. Zwettler Wirtschaftskammer lud zu Neujahrsempfang. Obfrau Anne Blauensteiner präsentierte landesweit erstes Ausbildungsprogramm, das im Mai starten soll.

Von Markus Füxl. Erstellt am 14. Februar 2020 (12:19)

So viele Besucher wie schon lange nicht waren beim Neujahrsempfang in der Zwettler Wirtschaftskammer anwesend. Politiker, Wirtschaftstreibende und interessierte Zuhörer gaben sich ein Stelldichein und blickten auch auf die bevorstehende Wirtschaftskammer-Bezirkswahl im März. Vor dem offiziellen Teil lud der Wirtschaftsbund zu einem Punschempfang.

Obfrau Anne Blauensteiner zog ein positives Fazit über ihr erstes Jahr an der Spitze. „Ich war viel unterwegs und habe mitbekomme, wo bei den Unternehmern der Schuh drückt.“ Eine Herausforderung sei nach wie vor der Fachkräftemangel. „Berufsorientierung in den Schulen ist wichtig. Hier läuft die Zusammenarbeit“, lobte Blauensteiner. Sie stellte auch ein Pionierprojekt vor: Niederösterreichweit bietet die Wirtschaftskammer Zwettl als erste Bezirksstelle ab Mai die Ausbildung „Operative Unternehmensführung für EPU und KMU“ an. Dabei werden um 1.270 Euro Inhalte, die auch für die Unternehmerprüfung gelehrt werden, in „abgespeckter“ Form vermittelt. Das Programm läuft bis Herbst und findet wöchentlich jeden Dienstag statt.

Blauensteiner lobte die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, allen voran mit Bürgermeister Franz Mold. So sei entlang der B36, in den Ortskernen und in der Zwettler Innenstadt schon viel passiert. Mit Frau Ida steht ein neues Dienstleistungszentrum in der Pipeline, betonte Blauensteiner: „Dort entsteht auf 400 Quadratmeter ein Betriebsstandort für Unternehmerinnen, die sonst Zuhause den Schreibtisch haben, oder im stillen Kämmerlein den Massagetisch.“ Auch dass die Zwettler Innenstadt ab August mit Gregor Grohmann wieder einen Buchhändler haben soll, freut die Obfrau.

Sonja Zwazl gab in ihrer Rede einen Rückblick auf 20 Jahre als Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ. Während sie die Überregulierung anprangerte („Ein Maler darf nicht auf seiner Leiter gehen? Dann ist er ja ein Wetterfrosch, wenn er dauernd auf- und abklettern muss!“), zeigte sie sich besonders stolz auf die Lehrlingsausbildung im Ausland, die Initiative „Let’s waltz“. „Wir haben damals mit zehn Bewerbern gerechnet und hatten nach drei Wochen 162!“

Spartenobmann Gewerbe und Handwerk Wolfgang Ecker soll Zwazl als Präsident folgen. Er sagte: „Wir haben das Problem der Steuern, Abgabenlast, Bürokratie und Mitarbeitermangel. Dazu steht viel im neuen Regierungsprogramm, das muss auch umgesetzt werden.“ Er betonte die Bedeutung regionaler Lehrlingsausbildung: „Die Lehrlinge sind dann so stark bei uns verwurzelt, dass sie auch da bleiben.“

Inge Winder moderierte die Veranstaltung, Musik kam von der Gruppe „Fiddl ma“.