Ärger über Schüler-Postings bei Web-Podiumsdiskussion. Kremser HAK-Schüler störten Online-Podiumsdiskussion der Waldviertel Akademie mit ihren Kommentaren. Direktorin Ruth Mayr-Messerer bedauert das.

Von Karin Pollak. Update am 11. November 2020 (10:50)
Symbolbild
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Die Podiumsdiskussion der Waldviertel Akademie zu Medien und Journalismus über Youtube in der Vorwoche hatte nicht nur interessierte Teilnehmer, sondern auch einige Schüler der Handelsakademie Krems, die anscheinend einem gewissen Ärger über den schulischen „Arbeitsauftrag“, an dieser Diskussion teilzunehmen, mit nicht besonders geistreichen Postings Luft machten.

Die HAK/HAS Krems
Martin Kalchhauser

Während namhafte Journalisten und Medienexperten wie Golli Marboe, die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak und die Infodirektorin von Puls 4 TV Corinna Milborn unter anderem über Falschmeldungen und Verleumdungen auf Twitter, Facebook, You Tube und Google diskutierten, meldeten sich einige Schüler mit ziemlich niveaulosen Kommentaren im Chat.

„Natürlich gibt es da noch Gespräche mit den Schülern über dieses ärgerliche Verhalten.“ Ruth Mayr-Messerer, Direktorin der HAK Krems

Geschäftsführerin Simone Brodesser von der Waldviertel Akademie.
Archiv

„Uns von der Waldviertel Akademie haben diese Kommentare natürlich geärgert. Diese Veranstaltung haben wir für ein interessiertes Publikum durchgeführt. Auch einige Livestream-User fühlten sich durch diese Kommentare gestört“, betont Waldviertel-Akademie-Geschäftsführerin Simone Brodesser, die schon aktiv während der Veranstaltung eingeschritten ist und besonders derbe Kommentare der Schüler – der NÖN liegen Screenshots davon vor – gelöscht hat.

„Ich habe auch immer wieder darauf hingewiesen, derartige Kommentare zu unterlassen. Mehr konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht tun“, meint Brodesser, die nach der Veranstaltung fast alle Kommentare gelöscht hat. Das Thema dieser Veranstaltung habe „Unsere Kommunikation hat sich drastisch geändert“ gelautet – das dürften die Schüler etwas zu wörtlich genommen haben, meint Brodesser.

Direktorin Ruth Mayr-Messerer von der Kremser HAK.
Archiv

Über dieses Verhalten einiger ihrer Schüler zeigt sich die Direktorin der HAK Krems, Ruth Mayr-Messerer, sehr bestürzt. „Die Teilnahme an dieser Diskussion war ein Teil eines Arbeitsauftrages. Die Schüler haben nach der Online-Diskussion darüber ihre persönliche Meinung abgeben sollen. Dieser Auftrag ist sehr wohl gerechtfertigt, wir sind eine HAK mit Schwerpunkt Kommunikation und Medieninformatik.“

Für die betroffenen Schüler werde der Internet-Auftritt während der Online-Veranstaltung noch ein Nachspiel haben: „Natürlich gibt es da noch Gespräche über dieses ärgerliche Verhalten. Das können wir nicht unkommentiert lassen“, so die Direktorin.

Online-Diskussionen sprechen viele an

Übrigens: Am Livestream nahmen bis zu 72 User gleichzeitig teil, das Video davon wurde über 200 Mal aufgerufen.

„Diese Veranstaltung wurde wirklich sehr gut angenommen. Zwei Veranstaltungen stehen heuer noch aus, vermutlich werden wir dabei die Online-Versionen beibehalten. Wir sprechen damit nämlich auch Menschen an, die sonst nicht zu diesen Veranstaltungen kommen würden“, betont Waldviertel-Akademie-Geschäftsführerin Brodesser.