Bei den Pellets wird es eng

Erstellt am 02. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Auf Pellets müssen Kunden derzeit lange warten.
Foto: Avia Eigl
Preise für Brennmaterial sind extrem hoch, wenn man im Waldviertel überhaupt welches bekommt.
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Öl, Gas, Holz und Pellets kosten aktuell mehr als das Doppelte als noch vor einem Jahr – wenn man überhaupt noch Heizmaterial bekommt. Vor allem bei den Pellets wird es eng.

Der Pelletspreis liegt zum Beispiel bei der Firma Franz Eigl GmbH in Zwettl aktuell bei 494 Euro pro Tonne, ein Jahr zuvor zahlte man 220 Euro pro Tonne. Das Heizöl stieg innerhalb eines Jahres von 77,40 Euro pro 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 2.500 Liter auf aktuell 171,90 Euro.

„Kein Lieferproblem gibt es aktuell beim Heizöl, auf Pellets müssen Kunden sehr lange warten“, beschreibt Robert Hahn die aktuelle Situation bei der Franz Eigl GmbH. Die Pellets produziert die Firma in ihrem Werk in Rastenfeld selber.

„Die Nachfrage ist enorm, daher kommt es zu den langen Lieferzeiten, die mittlerweile bis zu einigen Monaten dauern können“, sagt Hahn. Neukunden könnten sogar gar keine Pellets bekommen. Den enormen Preisanstieg begründet Hahn mit den gestiegenen Preisen bei den Sägespänen und den extrem gestiegenen Stromkosten.

„Der Strombedarf ist bei der Pelletsproduktion sehr hoch, deshalb kosten die Pellets jetzt auch viel mehr“, betont Hahn. Einen Engpass bei den Sägespänen gebe es nicht, diese bezieht die Firma Eigl von dem dem firmeneigenen Pelletswerk nahe gelegenen Sägewerk Steininger in Rastenfeld.

Auch beim Brennholz gibt es eine hohe Nachfrage. Das bestätigt Forstberater Josef Weichselbaum von der Bauernkammer. Das Problem hier sei, dass es zwar ausreichend Brennholz gibt, jedoch dieses bis zu zwei Jahre trocknen müsse. „Die Waldbesitzer haben nicht mit einer derartig großen Nachfrage gerechnet und zu wenig Brennholz in den vergangenen Jahren gemacht“, betont Weichselbaum.

Die derzeitige Verknappung führe natürlich zu einem Anstieg der Preise. Dass es generell zu einem Engpass beim Brennholz kommen werde, kann Weichselbaum ausschließen: „Holz gibt es im Waldviertel ausreichend, vor allem weiches Brennholz. Viele Waldbesitzer haben außerdem noch Brennholz aus Zeiten der Borkenkäfer-Katastrophe. Hartes Brennholz, wie Buche, gibt es bei uns aber nicht in großen Mengen.“

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