Waldviertel: Junger Kater mehrfach angeschossen. Vier Projektile hatte ein etwa sieben Monate alter Kater im Körper: Die Allentsteigerin Tamara Pfeiffer fand das durchnässte und völlig erschöpfte Tier am Straßenrand, die Tierärztin Monika Roth aus Groß Siegharts rettete dann dem Kater das Leben: "Ihm ist überall das Eiter ausgeronnen."

Von Markus Füxl und Karin Widhalm. Erstellt am 15. Mai 2021 (10:37)

„Ich habe nie gedacht, dass ein Mensch so etwas tun kann“, sagt Tamara Pfeiffer. Die Allentsteigerin fand gemeinsam mit Ehemann Robert am 12. Mai bei einer Autofahrt nach Horn, kurz vor Winkl, einen kleinen Kater. Bei der Tierärztin stellte sich heraus, dass das Tier offenbar gezielt angeschossen wurde.

Pfeiffer brachte das Tier zur Diplomtierärztin Monika Roth nach Groß Siegharts. Die Ärztin entfernte vier Projektile aus dem Körper des ungefähr sieben Monate jungen und nicht-kastrierten Katers herausgeholt: Sie befanden sich unter anderem im Kopfbereich, eine davon unterm Herzen. Ein Splitter befindet sich zwischen Schulter und Ellbogen: Roth will diesen später entfernen.

Jetzt erhält der Kater eine Infusionstherapie und Schmerzmittel, zudem werden die Wunden regelmäßig gesäubert. Am Freitag hat der Kater bereits etwas gegessen. Roth hat sich so sehr darüber gefreut, dass sie die Nahrungsaufnahme gleich mitgefilmt hat.
„Dass er das überlebt hat, ist für mich ein Wunder“, führt sie aus.

Kater ist eine Kämpfernatur

Die Tierärztin erlebe es selten, dass ein Tier mit so gravierenden Schussverletzungen und einem massiven Trauma noch lebend zu ihr gebracht werden kann: Der Kater scheint eine Kämpfernatur zu sein. „Aber er ist verschreckt und verängstigt.“ Eine bakterielle Infektion komme als Krankheit hinzu, auch Katzenschnupfen genannt: Eitrige Augen und Nasenausfluss sind die Symptome dafür. „Das ist ein gängiges Problem bei Katzen, vor allem, wenn sie auf Bauernhöfen aufgewachsen und nicht geimpft sind.“

Sie vermutet, dass die Schussabgabe „nicht besonders lange“ vor dem Fund des Katers erfolgt ist. „Das gibt’s sonst nicht, dass er noch leben würde. Ihm ist überall das Eiter ausgeronnen.“

Auch die Finderin ist froh, dass der Kater auf dem Weg der Besserung ist. Der Schock über das angeschossene Tier sitzt aber noch tief: „Mich hat das so mitgenommen, dass mir die Tränen gekommen sind. Das bringt einfach kein Mensch übers Herz, dass er da einfach wegschaut“, erzählt die Retterin. Pfeiffer hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. Wem das Tier gehört, stehe bislang nicht fest.