Den Lebensweg erwandert

Zur Pensionierung wurde Sabine Wolfinger von den Kollegen mit „Zeit“ beschenkt.

Aktualisiert am 06. Dezember 2021 | 08:28
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Mit einem ganz besonderen Geschenk wurde Sabine Wolfinger aus Obritzberg von ihren langjährigen Bürokolleginnen Anita Pauser und Astrid Gruber in den Ruhestand geschickt: Neben dem Buch zum „Waldviertler Lebensweg“, der auf 260 Kilometern insgesamt 22 Gemeinden im Südlichen Waldviertel verbindet, begleitete sie ihre ehemalige Kollegin auch auf einigen ihrer Wanderetappen. Begonnen hat die passionierte Wanderin mit dem Lebensweg Ende April, und nun wurden alle 13 Etappen absolviert – immer in Begleitung von Lebens- und Lieblingsmenschen.

Leben durchwandert

„Den Waldviertler Lebensweg kannte ich vorher nicht, ich bin aber total beeindruckt und kann allen Wanderfreunden nur empfehlen, sich auf die 13 Lebensabschnitte, die in jeder Etappe durchwandert werden, zu begeben“, betont die Jung-Pensionistin, die 23 Jahre bei der NÖ Hypo-Bank in St. Pölten gearbeitet hat.

Wegbegleiter gefunden

Von dem Geschenk erzählte die aktive Obritzbergerin der Familie und den Freunden. „Es waren alle begeistert, und ich bekam von vielen die Zusage, mich auf einer Etappe zu begleiten“, erzählt sie. Somit war Sabine Wolfinger am Lebenweg nie alleine unterwegs. Einmal waren es Familienmitglieder, dann wieder die Damen der Kaffeehausrunde, Kollegen oder auch Freunde, die sich mit Sabine Wolfinger auf eine Etappe gemacht haben. „Wir haben uns das zeitmäßig gut eingeteilt, damit jeder, der wollte, auch mitwandern konnte. Allen hat es sehr gut gefallen.“

Rund 300 Kilometer absolviert

Gestartet wurde das „Unternehmen Lebensweg“ in Laimbach, am vergangenen Wochenende hat der „Zieleinlauf“ stattgefunden. Dazwischen liegen fast 300 Kilometer, die Sabine Wolfinger in den vergangenen Monaten absolviert hat und die sie nicht vergessen wird: „Egal ob am Gipfel des Peilsteins, ein Gebet in der Basilika Maria Taferl, die Schlösser Artstetten und Leiben, der Edlesberger See oder die Ysperklamm, alle Etappen haben ihren ganz besonderen Reiz. Der Lebensweg ist liebevoll gestaltet, toll beschriftet, und man trifft auf sehr freundliche Leute.“ Die längste Etappe, die sie am Stück geschafft hat, war 33 Kilometer lang. Gemeinsam mit den Begleitern reiste die Obritzbergerin zu jedem Teilstück extra an. „Meistens ging es dann mit einem Taxi zum Ausgangspunkt retour. Das ging auch problemlos.“

Cousine macht es nach

Besonders beeindruckend war aber für die agile Pensionistin, dass ihr so viele Personen aus ihrem Umfeld gemeinsame Zeit geschenkt haben. Für diese Begleiter will Sabine Wolfinger jetzt Fotobücher erstellen, die sie mit Aufnahmen von den Wanderungen sowie ihren Tagebuch-Einträgen zusammenstellen wird. Darin wird natürlich auch die „Goldene Wandernadel“ berücksichtig, die Wolfinger vom Tourismusverband Ysper-Weitental zum Abschluss der Wanderung verliehen bekommen hat.

„Es gibt schon eine Nachahmerin. Eine Cousine will auch den Lebensweg absolvieren und sich dabei von Familie und Freunden begleiten lassen“, sagt Wolfinger, die ihre längste Wanderung überhaupt in liebevoller Erinnerung halten wird.