Waldviertel: Nawaro baut in Göpfritz und Groß Gerungs

In Göpfritz soll ein neues Pelletswerk errichtet werden und im Herbst 2022 in Betrieb gehen. In Groß Gerungs entsteht ein Holzgaskraftwerk. Ob die Kraftwerke in Rastenfeld und Altweitra wieder in Betrieb genommen werden, soll im Herbst entschieden werden.

Red. Zwettl Erstellt am 14. Oktober 2021 | 13:22
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Hans‐Christian Kirchmeier, Geschäftsführer der Nawaro Energie Betrieb GmbH, will mit den Investitionen im Waldviertel rund 132.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.
Foto: Nawaro

Die Nawaro Energie Betrieb GmbH ist als Betreiber von drei Holzkraftwerke im Waldviertel einer der größten Ökostromproduzenten Niederösterreichs. Vor rund neun Monaten mussten die Holzkraftwerke jedoch stillgelegt werden, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Erneuerbaren‐Ausbau‐Gesetz (EAG), fehlten. Die Kraftwerke produzierten 13 Jahre lang Strom für rund 30.000 Haushalte.

Nawaro hat die unfreiwillige Pause genutzt und intensiv an der Planung neuer Projekte gearbeitet, stets mit bestehendem Fokus auf die Erzeugung erneuerbarer Energie aus Holz. Das größte der drei neuen Projekte ist in Göpfritz an der Wild geplant, am Standort des bereits bestehenden Holzkraftwerkes. Hier soll ein Pelletswerk errichtet werden und im Herbst 2022 in Betrieb gehen, die NÖN hat berichtet. Das Ziel ist die Produktion von mehr als 70.000 Tonnen zertifizierten Qualitätspellets pro Jahr. Auch im bestehenden Kraftwerk, das im Frühjahr 2022 wieder in Betrieb gehen soll, wird in deutliche Effizienzsteigerungen investiert. Außerdem soll die gesamte verfügbare Wärme ans Pelletswerk geliefert werden.

Die Entscheidung über die Wiederinbetriebnahme der Kraftwerke in Rastenfeld und Altweitra hängt von den Verordnungen zum EAG ab, die im Herbst erwartet werden. 

Strom und Wärme für Groß Gerungs

In Groß Gerungs wird von Nawaro neben dem bestehenden Biomasse Heizwerk der örtlichen Fernwärmegenossenschaft ein Holzgaskraftwerk mit 245 kW elektrischer Leistung errichtet. Die Wärme wird zur Gänze an das Heizwerk zur Abdeckung der Grundlast geliefert und der Strom in das
öffentliche Netz eingespeist.  

In Perg investiert Nawaro in zwei Holzgaskraftwerke mit je 500 kW elektrischer Leistung und 1.440 kW thermischer Leistung. Die Energie wird in das benachbarte Heizwerk der Bioenergie Perg geliefert. Eine Besonderheit der Anlage in Perg ist, dass statt Asche Biokohle anfällt, die je nach Verwendung nachhaltig CO2 speichern kann.

Personalsuche startet in Kürze

„Wir bleiben unseren Grundwerten treu: Zuverlässig, nachhaltig, regional. Diese Werte gelten selbstverständlich auch bei unseren neuen Projekten und prägen unser Handeln“, erklärt Hans‐Christian Kirchmeier, Geschäftsführer der Nawaro Energie Betrieb GmbH. „Mit unseren Investitionen sparen wir rund 132.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Wir leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und schaffen damit Wertschöpfung und zusätzliche Arbeitsplätze." So werden in der Region Waldviertel acht neue Arbeitsplätze geschaffen. 14 weitere kämen hinzu, wenn Rastenfeld und Altweitra wieder hochgefahren werden können. Dazu kommen weitere Arbeitsplätze, die indirekt in den Zulieferbetrieben erhalten werden, heißt es vom Unternehmen.