Wildkamera hielt ganzes Wolfsrudel fest. Neuestes Foto aus einer Wildkamera von einem Rudel bei Karlstift ist kein Fake. Petition wurde an Parlaments-Präsident übergeben.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. September 2018 (04:00)
Waldgut Pfleiderer, ÖVP
Fünf Wölfe wurden am 26. August um 6.55 Uhr abgelichtet.

Ein erstes ganzes Rudel Wölfe außerhalb des Truppenübungsplatzes Allentsteig ist dokumentiert: In einer Waldlichtung gut drei Kilometer außerhalb von Karlstift, südlich der B 38 in Richtung Langschlag, wurden am Morgen des 26. August fünf Wölfe zugleich von einer Wildkamera erfasst. Zwei Eltern dürften in dem Waldstück ihren „Rendezvous-Platz“ zur Aufzucht von vier bis fünf Jungtieren bezogen haben.

Oberförster Arnold Schwarzinger vom Waldgut Pfleiderer, in dessen Forstgebiet die Wölfe in die Kamera lächelten, bestätigt im Internet kursierende Bilder als Eigentum des Gutes. Sichtungen stünden mittlerweile unabhängig von der Uhrzeit auf der Tagesordnung. Neu sei lediglich, dass erstmals ein ganzes Rudel abgebildet wurde.

Scharzinger: "Kann weiterhin in den Wald gehen"

Er werde häufig gefragt, ob man nun noch in den Wald gehen dürfe. „Inzwischen kenne ich die Trümmerl des Wolfes… eine leichte Ganslhaut steigt dir schon auf, wenn du ihn in deiner Nähe weißt“, sagt Scharzinger: „Natürlich darf man aber weiter in den Wald gehen, und auch ich gehe weiter in den Wald.“ Aus 200 m Entfernung habe er schon einen Wolf gesehen. „Wir sind uns aus dem Weg gegangen“, schmunzelt er: Ein Wolf sei kein Problem, ein ganzes Rudel vor eigenen Augen würde ihn nervös machen.

Mehr als 30 gerissene Schafe im Raum Großpertholz/Langschlag könnten durch das Rudel erklärbar sein. Schäden im Forstgebiet Pfleiderer selbst sind schwer messbar. „Das Reh- und Rotwild ist weniger geworden, es fehlen zunehmend die Köder für Muttertiere“, sagt Schwarzinger. Man finde aber keine Risse – der Wolf kann nicht allzu große Tiere komplett verputzen.

In ihrem Kampf um eine Abschuss-Freigabe brachte ÖVP-Nationalrats-Abgeordnete Martina Diesner-Wais indes die Petition aus den Bezirken Gmünd und Zwettl im Petitions-Ausschuss des Parlamentes ein. „Nun werden Fachexpertisen eingeholt, in denen festgestellt wird, ob das Thema im Fachausschuss weiterbehandelt werden soll oder nicht“, sagt sie. Unterschrieben kann jetzt schon via Parlaments-Homepage werden.