Waldviertler Kammerbühne öffnet den Vorhang

Endspurt für ein Megaprojekt in Ottenschlag: Die Raiffeisenbank Region Waldviertel Mitte baut um rund 1,1 Millionen Euro ein professionelles Theater mit 120 Sitzplätzen. Die Kulturinitiative (KIO) Ottenschlag wird die Räumlichkeiten ab Dezember mit über 60 Veranstaltungen pro Jahr betreiben.

Markus Füxl
Markus Füxl Erstellt am 07. Oktober 2021 | 16:50

Bald geht der Vorhang zum ersten Mal auf: Die Arbeiten am Projekt "Waldviertler Kammerbühne" in Ottenschlag gehen in die Zielgerade. Die Raiffeisenbank Region Waldviertel Mitte lud am 7. Oktober gemeinsam mit der Kulturinitative (KIO) Ottenschlag zu einer Präsentation.

120 Sitzplätze wird das professionelle Theater bieten 60 Veranstaltungen pro Jahr sind geplant. "Uns ist die Region sehr wichtig. Wir beweisen das auch mit Investitionen, die nicht unmittelbar mit dem Bankgeschäft zu tun haben", erklärt Raiba-Obmann Gerhard Preiß. Gemeinsam mit dem KIO und der Gemeinde einigte man sich auf ein neues Konzept für den alten, renovierungswürdigen Sitzungssaal im Untergeschoss der bestehenden Bankstelle: "Wir wollten in Ottenschlag als kleines Zentrum der Region kulturell etwas bieten", sagt Preiß.

Rund 1,1 Millionen Euro investiert die Raiffeisenbank in den Neubau, beziehungsweise Umbau mit neuester Ton-, Licht- und Bühnentechnik. Die treppenförmig ansteigenden Sitzreihen werden für jeden Besucher eine ausgezeichnete Sicht auf die Bühne bieten. Im neu errichteten Foyer bietet die Theaterbar die Möglichkeit zu Erfrischung und Stärkung in den Pausen.

Start mit Niavaranis "Das perfekte Desaster Dinner"

Geführt wird das Theater von der 2008 gegründeten KIO Ottenschlag unter der Leitung von Obmann Michael Mittermeir, der auch als Intendant fungiert. Geplant ist, den Bewohnern, Kurgästen und Urlaubern der Region Kunst und Kultur auf hohem Niveau zu bieten: Der Startschuss fällt am 3. Dezember mit der ersten Aufführung der Boulevard Komödie "Das perfekte Desaster Dinner" von Michael Niavarani unter der Regie von Daniel Pascal. Weitere Höhepunkte in der ersten Saison sind unter anderem "Der Zerissene" von Johann Nestroy, ein Konzert der "OldSchoolBasterds", das Ein-Personen-Musical "Heute Abend: Lola Blau" und die wohl untypischste Zaubershow Österreichs, "Die Wunderknaben".

"Außerdem haben wir fast jedes Monat ein Kindertheater geplant", erklärt Obmann Mittermeir, darunter auch das Musical "Max und Moritz" oder ein Mitmachkonzert von Bernhard Fibich. Kabarettfans kommen mit der Vorpremiere von Klaus Eckel auf ihre Kosten, für 2022 hat sich bereits Roland Düringer angekündigt. "Viele große Künstler suchen kleinere Locations, um ihr Material auszuprobieren, bevor sie es in Wien zeigen", erklärt Mittermeir.

"Ich könnte weinen vor Freude"

Regisseur Daniel Pascal streut bei der Präsentation den Verantwortlichen Rosen: "Dass in Zeiten wie diesen ein Theater eröffnet wird, trifft mich als Künstler mitten ins Herz, ich könnte weinen vor Freude." In die selbe Kerbe schläg ÖVP-Bürgermeister Paul Kirchberger: "Die Raiffeisenbank hat sich bravourös gegen alle Schwierigkeiten gestellt." Federführend für die Etablierung des Theaters war auch Alt-Bürgermeisterin Christa Jager, die sich jetzt in der KIO engagiert: "Wir wollen ein buntes und vielfältiges Spektrum aus Kunst und Kultur bieten", erklärt sie. Auch Intendant-Stellvertreterin Alexandra Jäger ist sich sicher: "Wir freuen uns, es wird ein Schmuckstück."

Üblicherweise läuft eine Saison von Anfang Oktober bis Ende Mai. Als Auslastung wünscht sich das KIO-Team mindestens 60 Prozent - dann werden nach der ersten Saison schwarze Zahlen geschrieben. "Umgerechnet wären das 4.000 bis 5.000 Besucher, damit wären wir zufrieden", erklärt Mittermeir. Auch mit den Schulen möchte man in Zukunft verstärkt kooperieren, so sind etwa auch "Schnuppertage" und ein Blick hinter die Theaterarbeit geplant.

Tag der offenen Tür am 28. November

Ein Tag der offenen Tür findet am 28. November ab 13 Uhr statt. Stündlich wird es verschiedene Programmpunkte auf der Bühne geben und um 16 Uhr findet die offizielle Eröffnung statt. Karten können bereits auf der Homepage der Kammerbühne gekauft werden. Eine KIO-Card um 15 Euro bietet Ermäßigungen von zehn Prozent für jeden Eintritt.