Säumiger Vierfachvater wandert hinter Gitter. Über Jahre unterließ es 45-Jähriger, Unterhalt für seine vier Kinder zu zahlen: Derzeit belaufen sich Außenstände auf 60.000 Euro.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 21. Februar 2021 (00:26)
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Vorstrafen wegen Verletzung der Unterhaltspflicht, ja selbst eine Gefängnisstrafe brachten einen 45-jährigen Waldviertler nicht zur Einsicht, sich mit Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und damit auch seinen finanziellen Vaterpflichten nachzukommen.

Er habe keinen Führerschein und ohne Fahrlizenz sei es im Waldviertel schwer, einen Job zu finden, erklärte der gelernte Handwerker bei den vergangenen Verhandlungen, und er gab letztlich auch eine epileptische Erkrankung als Hinderungsgrund für eine geregelte Arbeit an. Deshalb sei er in die finanzielle Misere gerutscht und habe ab dem Sommer 2017 bis heute einen Schuldenberg (bei 60.000 Euro) bei den Bezirkshauptmannschaften Zwettl und Waidhofen an ausstehenden Unterhaltszahlungen für seine vier Kinder angesammelt, erläuterte er.

Angeklagter blitzte mit Erklärungen vor Rat ab

Die Kremser Richterin ließ sich mit den Erklärungen des Beschuldigten nicht abspeisen, zumal ein medizinisches Gutachten keine Epilepsieerkrankung beim Waldviertler bestätigte, und ein Arbeitsrechtsexperte meinte, es sei sehr wohl auch ohne Führerschein ein Job zu finden und auch zumutbar.

Er habe ja seit einer Woche nun einen Job, beteuerte der Beschuldigte und hoffte damit, seinen Kopf aus der Schlinge ziehen zu können. Das Bemühen des 45-Jährigen um Arbeit nahm die Richterin zur Kenntnis.

Die Einsicht kam aber zu spät: Für den vorbestraften Waldviertler im Rückfall setzte es elf Monate Gefängnis. Nicht rechtskräftig.