Waldviertler Wasser-Megaprojekt ist gestartet. EVN startete den Bau einer 60 Kilometer langen Trinkwasser-Versorgungsleitung von Krems (Brunnenfeld Grunddorf/Donaudorf) nach Zwettl. 35 Millionen Euro werden investiert, um trockene Regionen im Waldviertel zu beliefern.

Von Markus Füxl. Erstellt am 04. Juli 2020 (14:53)

Knapp 35 Millionen Euro investiert die EVN- Wasser GmbH in den nächsten zwei Jahren in eine neue Leitung, die Trinkwasser vom Brunnenfeld Grunddorf bei Grafenegg (Bezirk Krems-Land) nach Zwettl bringen und einen Kreis durch das Waldviertel schließen soll. Der Bau der 60 Kilometer langen Leitung ist mit einem Spatenstich beim Zwettler Stadtsaal am 3. Juli offiziell gefallen.

„Durch die Verbindungsleitung zwischen der Region Krems und dem Bereich Zwettl werden die Kapazitäten der Wasserversorgung im Waldviertel weiter erhöht. Unser Ziel ist ein Trinkwasserversorgungsnetz zu schaffen, das regionale Ausfälle oder Trockenperioden kompensiert“, erklärte EVN Vorstandsdirektor Franz Mittermayer. Neben der bereits errichteten Verbindungsleitung aus dem Weinviertel und den regionalen Trinkwasserbrunnen wird mit der neuen Versorgungsleitung ein weiteres Standbein zur sicheren Versorgung der Bezirke Zwettl, Gmünd und Waidhofen/Thaya geschaffen, die NÖN berichtete ausführlich.

Das Projekt verläuft in drei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt verläuft von Zwettl zum Hochbehälter in Pallweis in der Gemeinde Lichtenau und wird im Herbst 2022 fertiggestellt. Die Fertigstellung der gesamten Versorgungsleitung ist für 2025 geplant, danach können bis zu 120.000 Einwohner im Waldviertel versorgt werden. Das Investitionsvolumen beträgt rund 35 Millionen Euro.

EVN Wasser-Geschäftsführer: "Ausbau ist epochale Entscheidung"

EVN Wasser-Geschäftsführer Franz Dinhobl bezeichnete den Ausbau als "epochale Entscheidung für die Niederösterreichische Infrastruktur", der einen Lückenschluss für die Wasserversorgung im Waldviertel darstelle. Gerade der wenige Niederschlag der letzten Zeit sowie die Tatsache, dass sich immer mehr Gemeinden an das EVN-Netz angeschlossen haben, treibe den Verbrauch in die Höhe. So fuhr man seitens der EVN auch immer wieder mit Tankwagen aus und belieferte die Gemeinden direkt, ergänzte Mittermayer.

Bürgermeister Franz Mold betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der EVN ist: "Gerade in einer Zeit, in der Hausbrunnen immer unsicherer werden, ist es wichtig, eine entsprechende Wasserversorgung zu haben. Auch wie sehr eine Gemeinde florieren kann, hängt vom Wasser ab, sagte Mold: "Baulandwidmungen können nur dann genehmigt werden, wenn Wasserproben vor Ort in entsprechender Qualität vorhanden sind."

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf zeigte sich stolz über die Wasserqualität in Niederösterreich. Das kostbare Nass sei "unser Schatz und unser Gold", meinte Pernkopf.