Waldviertler Wirtepaar zu krank für Gefängnis?. Gutachten müssen klären, ob rechtskräftig verurteiltes Ex-Wirtepaar aus dem Bezirk Zwettl haftunfähig ist.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 01. Juli 2020 (08:01)
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Im Sommer 2018 wurde ein Gastwirt aus dem Bezirk Zwettl von einem Kremser Schöffensenat wegen schweren sexuellen Missbrauchs an seiner Tochter (beginnend ab dem achten Lebensjahr) zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Ehefrau soll von dem schändlichen Treiben gewusst und es nicht unterbunden haben: Sie wurde wegen Unterlassung zu acht Jahren hinter Gittern verurteilt.

Das Paar (beide über 50 Jahre alt) hatte im Prozess bis zuletzt seine Unschuld beteuert, und es erhob gegen die Urteile sofort Rechtsmittel: Die Nichtigkeitsbeschwerde wurde vom Obersten Gerichtshof zurückgewiesen. Der Akt ging an das Oberlandesgericht Wien weiter, das über die Strafhöhe entschied: „Das Strafausmaß wurde jeweils herabgesetzt, und zwar von 15 auf 14 Jahre und von acht auf sieben Jahre. Die Höchststrafe wäre jeweils 15 Jahre gewesen“, teilte der Senatspräsident des Oberlandesgerichtes Wien, Reinhard Hinger, auf NÖN-Anfrage mit.

Fast zwei Jahre später hat das Paar die verhängte Gefängnisstrafe bislang noch nicht angetreten - es soll wegen Vollzugsuntauglichkeit Haftaufschub beantragt haben. Die NÖN-Anfragte ergab, dass in der Causa nun ein psychiatrischer und ein medizinischer Sachverständiger am Zug sind: Das Expertenduo soll die Frage klären, ob dem ehemaligen Wirtepaar ein Gefängnisaufenthalt zugemutet werden kann, oder die Strafe in einem Spital vollzogen werden muss.