Weg soll Weg bleiben. Petition / „Hände weg vom Zwettltal“ heißt es in einer überparteilichen Initiative von Stadtrat Ewald Gärber (Grüne).

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 11. Juni 2014 (11:37)
NOEN, Lassmann-Moser
Bereits vor Wochen sprach sich Stadtrat Ewald Gärber (Grüne, r.) gemeinsam mit seinen Gemeinderatskollegen Thomas Göschl und Silvia Moser für den Erhalt des Zwettltals in der jetztigen Form aus.

Eine überparteiliche Petition zum Erhalt des Zwettltals hat nun Stadtrat Ewald Gärber (Grüne) gestartet: „Hände weg vom Zwettltal“.

Als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass die Bürgerstiftung St. Martin als Waldbesitzerin und die Stadtgemeinde Zwettl planen, den Weg im Zwettltal vom Eislaufplatz bis zur Verlängerung der Südhangstraße zu einem bis zu drei Meter breiten Forstweg auszubauen (die NÖN berichtete), traten die drei Grünen Gemeindemandatare auf den Plan.

Jetzt geht Stadtrat Ewald Gärber einen Schritt weiter: Er sammelt Unterschriften, damit die Planungen umgehend eingestellt werden. „Wir fordern, das Land Niederösterreich möge als Naturschutzbehörde dem geplanten Vorhaben keine Bewilligung erteilen“, so Gärber. Der Erlebniswert gehe verloren, es käme zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen, das Landschaftsbild leide. Außerdem befindet sich der geplante Forstweg in einem Natura 2000-Schutzgebiet. „Zur notwendigen Waldpflege besteht bereits ein hangaufwärts gelegener, befahrbarer Weg, der auch bisher für diesen Zweck verwendet wurde.“

Naturverträglichkeitsprüfung beantragt

Es müsse unbedingt sichergestellt werden, dass die wenigen noch naturnahen Uferbereiche an Zwettl und Kamp im Gemeindegebiet erhalten bleiben. „Eine Bewilligung dieses Projekts entspricht in keiner Weise der international üblichen Naturschutzpraxis.“

Seitens der Zwettler Bürgerstiftung wurde beim Land NÖ eine Naturverträglichkeitsprüfung gemäß Naturschutzgesetz beantragt. „In diesem Verfahren wird von befähigten Fachleuten überprüft, ob durch das Projekt eine erhebliche Beeinträchtigung von Natura-2000-Schutzobjekten vorliegt. Die Zwettler Bürgerstiftung kann also erst nach Vorliegen sämtlicher Bewilligungen die Verbreiterung des Weges durchführen. Die Ergebnisse dieses Prüfungsverfahrens müssen daher abgewartet werden“, erklärt Direktor Franz Oels als Vertreter der Bürgerstiftung.

„Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist es grundsätzlich erforderlich, den südlichen Bereich des Erholungswaldes mit einem Rücketraktor befahrbar zu machen, um die Waldpflege und Forstarbeiten nach dem heutigen Stand der Technik effizient und sicher durchführen zu können“, so Oels.