Wie sich Allentsteig entwickeln soll. Wer sind die Allentsteiger Spitzenkandidaten zur Gemeinderatswahl? Wofür stehen sie? Was sind ihre Visionen für die Stadt?

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Januar 2020 (15:33)

Ihre Bilanz: Wie hat sich Schweiggers in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Und wo soll Schweiggers in 20 Jahren stehen?

Jürgen Koppensteiner, ÖVP: Im Mittelpunkt standen die Themen Bauen und Wohnen, Schaffung eines Betriebsgebietes und die Aufwertung unseres Juwels „Stadtsee“. Allentsteig kämpft mit einer klassischen Überalterung der Bevölkerung. Allentsteig soll in 20 Jahren als lebenswerte Stadt mit guter Infrastruktur, zentraler Lage und tollen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten durch den Stadtsee wahrgenommen werden.

Erich Hartl, SPÖ: Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung und Entwicklung einer gemeinsamen Wirtschaftsregion und andererseits um den Standort Allentsteig auch künftig als militärischen Top-Ausbildungsplatz zu erhalten sind positiv. Eine weitere Entwicklung unserer Stadt ist für die Bürger sehr wichtig. Ausschlaggebend ist, dass wir uns mit Zukunftsthemen auseinander setzen und diese gemeinsam erreichen.

Alois Kainz, FPÖ: Allentsteig ist von der Flucht in die Großstädte betroffen. Wir haben aber auch einige wichtige gemeindespezifische Probleme, welche durch die ÖVP leider oft zu lange verschleppt werden. Die Innenstadtbelebung gehört unbedingt forciert. Für die nächsten 20 Jahre würde ich mir wünschen, dass wir die Probleme gemeinsam im Sinne unserer Bevölkerung lösen und Parteipolitik hintenanstellen.

Walter Eberl, Liste WIR: Die vergangenen 30 Jahre hat Allentsteig einen drastischen Abstieg erlebt. In den letzten 5 Jahren hat es schon Ansätze zur Verbesserung der Situation gegeben, etwa im Wohnbau, aber zuwenig betriebliche Anreize. In 20 Jahren soll Allentsteig wieder so lebendig sein wie vor 40 Jahren. Das geht, wenn man will.

Was sind die ersten Vorhaben, denen sich die Schweigginger Politik nach der Wahl widmen sollte?

Koppensteiner: Viele Vorhaben werden heuer abgeschlossen, etwa der Glasfaserausbau und der Bau von Reihenhäusern. Weiters erfolgt mit April der Startschuss für die Aufschließung von neuen Bauplätzen, im Herbst der Straßenbau am Sonnenhang. Ein wichtiger Punkt ist die Belebung und Attraktivierung unseres Stadtkernes. Das beinhaltet auch die Idee, ein Verkaufslokal mit regionalen Produkten im Stadtzentrum zu schaffen. Ebenso sollen Modernisierungs-Planungen für unseren Kindergarten starten.

Hartl: Junges leistbares Wohnen, Nachnutzung des alten Krankenhauses, Stadtkernbelebung und ein sachpolitisches Miteinander.

Kainz: Das Konzept für die Stadtseesanierung sollte neu überarbeitet werden. Derzeit ist vorgesehen, dass die Kosten zu je einem Drittel (Bund/Land/Gemeinde) übernommen werden. Wir sollten auch andere Förder-Möglichkeiten auf Basis des Tourismus prüfen, nicht nur über die Schiene Hochwasserschutz. Die Belebung des Ortskerns ist wichtig, hier könnte man Förderungen an Unternehmer andenken. Unterstützt gehört auch das Angebot zur Errichtung für Fremdenzimmer.

Eberl: Zunächst sollten zunehmende Schadholztransporte, Schwerverkehr sowie Bahnverladung in die dafür geeigneten Randgebiete und Einrichtungen des TÜPl verlagert werden. Weiters sind Stadtkernbelebung, Bahnhofsanbindung, Gesundheits-, Kultur- und Tourismusangebote zu entwickeln. Für Wirtschaft und Umwelt müssen proaktive Initiativen und förderliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, etwa für Dienstleistungen, gewerbliche Betriebe, Bauernmärkte und Ökoenergie.

Welches Wahl-Ergebnis würden Sie als Erfolg werten?

Koppensteiner: Ziel ist es, die 14 VP-Gemeinderäte zu halten. Ein zusätzliches Mandat wäre eine schöne Bestätigung für die Arbeit in den letzten fünf Jahren.

Hartl: Jede Stimme mehr wäre ein Erfolg.

Kainz: Wenn wir trotz einer Partei mehr das Wahlergebnis 2015 halten können. Für mich wäre eine verstärkte Rolle der FPÖ natürlich wünschenswert.

Eberl: WIR würden 3 Mandate (200 Stimmen) als großen Erfolg für uns sehen, aber mit jedem Mandat deutliche Akzente für die Zukunft setzen.

Ein möglicher Ausbau der neurologischen Rehabilitationsklinik war in den letzten Jahren Thema. Wie soll es damit weitergehen?

Koppensteiner: Das Thema Ausbau wurde immer wieder intensiv diskutiert. Tatsache ist, dass die Anzahl der vorhandenen Klinikbetten in NÖ nicht erhöht werden. Aus diesem Grund steht eine mögliche Schaffung von tagesklinischen Betreuungsplätzen im Vordergrund einer Diskussion.

Hartl: In Anbetracht des anhaltenden Erfolges sollten sich die Geldgeber Land und Landeskliniken-Holding dazu durchringen, die Neuro-Rehab zu vergrößern. Gerade im Waldviertel wäre dies ein richtiger Schritt bei den fortlaufenden Spezialisierungen der letzten Jahre.

Kainz: Die Klinik ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Allentsteig, daher ist mir der Ausbau, beziehungsweise die Erweiterung der neurologischen Rehabilitationsklinik ein großes Anliegen. Im Zuge dessen ist es unbedingt notwendig, Grundstücke als Reserve anzukaufen.

Eberl: Der Ausbau der Rehablitationsklinik als eine erfolgreiche Einrichtung in Allentsteig wäre längst angebracht. Dazu sollen Grundstücksreserven angelegt und außerdem Möglichkeiten für betreutes Wohnen, Pflege etc. sowie Gästeunterkünfte geschaffen werden.