Bezirk Zwettl: Verluste im Handel erwartet

Gerade zum Start des Weihnachtsgeschäfts muss der Handel wieder zusperren.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:45
Zwettler Dreifaltikeitsplatz
Der Weihnachtsbaum steht auf dem Zwettler Dreifaltikeitsplatz, die Menschen fehlen: Wo sonst in der Vorweihnachtszeit fleißig eingekauft wird, haben jetzt die meisten Geschäfte geschlossen.
Foto: Markus Füxl

Zum vierten Mal gehen wir in einen Lockdown, abermals ein harter Schlag für die heimische Wirtschaft, und das in der umsatzstärksten Zeit.

„Die Folgen sind sehr dramatisch“, meint Wirtschaftskammer-Obfrau Anne Blauen steiner. Man fürchtet ums Weihnachtsgeschäft und dass sich vieles in den Onlinehandel verlagern wird. Hierbei ruft Blauensteiner klar dazu auf, dennoch die Angebote der regionalen Anbieter zu nutzen. Viele Firmen hätten mittlerweile eine gewisse Digitalisierung durchgemacht und bieten auch Click & Collect. Natürlich räumt Blauensteiner ein: „Vieles wird erst gekauft, wenn man es gesehen und angegriffen hat.“ Auch die Zwettler Stadtbücherei setzt auf Abholung nach Reservierung per Mail oder Telefon. Überfällige Medien werden automatisch verlängert.

Ob die drei Wochen, die der regionalen Wirtschaft hier kurz vor Weihnachten ausfallen, wieder aufholbar sind, sei fraglich. Dennoch versucht man, Weihnachtsaktionen durchzuführen, wie das in Zwettl geplante WTM-Gewinnspiel, das in den kommenden Wochen auch über Click & Collect durchgeführt wird beziehungsweise nach der Öffnung so richtig anlaufen soll.

Kleine Betriebe sind die Leidtragenden

Von dem erneuten Lockdown wieder betroffen sind natürlich auch die Gasthäuser. „Es ist eine schwierige Situation. Wir werden schauen, dass wir am Wochenende wieder auskommen, damit wir unsere Mitarbeiter behalten können“, meint Werner Zlabinger von der Kaminstube in Schwarzenau. Er ist zudem skeptisch, ob er nach drei Wochen wirklich wieder aufsperren wird können. Mit 2G könne er sich das vorstellen. In der einen Woche zuvor, während der der Lockdown nur für Ungeimpfte galt, habe man damit keine großen Probleme gehabt. „Ein Großteil der Stammkunden ist geimpft“, berichtet Zlabinger, doch natürlich gäbe es generell weniger Gäste im Lokal.

Franz Höfer, Obmann des Erlebnismuseumsvereines Schönbach, sieht in dem erneuten Lockdown ein notwendiges Übel. Auf Unverständnis trifft bei ihm jedoch die Regelung, dass Schifahren weiter erlaubt ist, kleine Betriebe aber zusperren müssen. „Es wird hier nicht Gleiches mit Gleichem gemessen“, meint Höfer, und die Leidtragenden seien wieder vor allem die Kleinen. Zumal dort nicht unbedingt die meisten Ansteckungen passieren. Im Kulturbetrieb in Schönbach sei bisher kein einziger Cluster aufgetreten. Die FFP2-Masken hat man dort auch im Sommer getragen.

„Für mich war es unverständlich, warum über den Sommer die Maskenpflicht eingestellt wurde“, sagt Höfer. Auch er erwähnt, dass der Onlinehandel weniger einbringt. „Wenn bei mir jemand online einen Korb um 20 Euro bestellt, hat er einen Korb bestellt. Wenn er diesen aber im Geschäft kauft, geht er oft mit zusätzlicher Ware hinaus“, erklärt Höfer.

Abgesagt sind natürlich die meisten Weihnachtsmärkte im Bezirk. In Zwettl selbst denkt man hier noch über Alternativen für den Dreifaltigkeitsplatz nach.

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