Eine tierische Weihnacht. Seit einem Jahr gibt es den Assisi-Hof. Er dient als Auffangstation für alte und notleidende Tiere. Mit der NÖN zog Hofleiterin Katharina Stoik in Wielands Bilanz.

Von Markus Füxl. Erstellt am 24. Dezember 2020 (14:41)
Katharina Stoik ist Leiterin am Assisi-Hof in Wielands. Dort werden Tiere wie Pferd Maxi und Hund Auris betreut. Die beiden sind nach dem ersten Jahr seit Bestehen des Hofes unzertrennlich.
Markus Füxl

Seit einem Jahr gibt es den Assisi-Hof des Österreichischen Tierschutzvereins. Dort werden aktuell über 20 Tiere betreut. Sie alle haben ihre eigene Geschichte, erzählt Hofleiterin Katharina Stoik beim NÖN-Besuch: „Zwei Stuten konnten von ihrer Besitzerin nicht mehr erhalten werden. Die Lamas stammen aus einem Freizeitpark, die Schafe von einem Milchbetrieb – sie hätten geschlachtet werden sollen, weil sie keine Milch mehr geben.“

Sie alle warten am Hof darauf, weitervermittelt zu werden. Das ist aber nicht so leicht, sagt Stoik: „Viele Tiere sind schon sehr alt.“ Sie werden ihren Lebensabend in Wielands verbringen.

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Einen Appell hat Stoik: Die hektische Weihnachtszeit sei der völlig falsche Zeitpunkt, um wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk. Nach den Feiertagen stelle sich erst heraus, wieviel Arbeit ein Haustier bedeutet, sagt Stoik: „Dass eine Abgabe ins Tierheim keine äquivalente Lösung für einen Umtausch darstellt, sollte klar sein.“ Wer tierlieben Menschen eine tierische Freude an Weihnachten bereiten möchte, der schließt eine Tierpatenschaft ab, oder spendet an eine Tierschutzorganisation.

Stoik wohnt eigentlich in Wien. In der Coronazeit bezog sie aber Quartier im zur Tier-Auffangstation umfunktionierten Hof. Sie selbst adoptierte den fünfjährigen Hund Auris: „Er ist zwar riesig, aber ein richtiger Teddybär“, sagt Stoik. Zu Auris‘ Freunden zählen etwa der 17-jährige Nero, ein weiterer Hund, oder das Pferd Maxi, das mit seinen 27 Jahren schon ein richtiger Senior ist.

Christbäume bekommen eine neue Verwendung

Der Assisi-Hof ist komplett spendenfinanziert. Und vor allem die alten Tiere sind kostspielig, sagt Stoik: Maxi benötigt etwa immer wieder Medikamente und Schmerzmittel gegen seine Alterserscheinungen, Auris hat eine Arthrose. Wer unterstützen möchte, kann entweder direkt Geld, oder Futter spenden: „Wir brauchen immer wieder Weichfutter für die Hunde sowie Nass- und Trockenfutter für die Katzen.“

Im ersten Jahr seit Bestehen des Assisi-Hofes habe man bereits viel Unterstützung erfahren dürfen, sagt die Hofleiterin: „Wir haben viele Pferdedecken bekommen. Da ist für jede Temperatur die richtige dabei.“ Nach Weihnachten sammelt Stoik alte Christbäume ein. Die Ziegen nagen diese mit Begeisterung ab.