50 Wohnungen nach 15 Jahren. Startschuss für ein bedeutendes Innenstadtprojekt in der Landstraße: Die Siedlungsgenossenschaft Waldviertel (WAV) kaufte insgesamt sieben Häuser in der Landstraße, Bürgergasse und Florianigasse an und wird auf der nun rund 2.500 m Grundfläche ungefähr 50 Wohnungen errichten. Zusätzlich sollen zirka 60 Tiefgaragenplätze entstehen.

Von René Denk. Erstellt am 08. Mai 2019 (05:01)
René Denk
Startschuss für ein bedeutendes Wohnbauprojekt für die Zwettler Innenstadt. Vor dem betroffenen Ensemble stehen Bürgermeister Franz Mold und Vizebürgermeister Johannes Prinz, die sich eine wesentliche positive Entwicklung für den Stadtkern dadurch erhoffen.

Der Gestaltungsbeirat des Landes, der die Projektvergaben für den gemeinnützigen Wohnbau vornimmt, gab am 3. Mai grünes Licht für das Projekt, das die Zwettler Innenstadt mit mehr Leben erfüllen soll und unter dem Arbeitstitel „Lichtraum Zwettl“ geführt wird. Bereits im April bewertete der Gestaltungsbeirat der Stadtgemeinde, genauso wie der des Landes, den Grobentwurf als äußerst positiv.

„Seit 15 Jahren haben wir uns bemüht, in diesem Bereich Liegenschaften zu erwerben und modernen Wohnbau und ein Geschäftslokal zu ermöglichen“, weist WAV-Vorstandsdirektor Manfred Damberger im NÖN-Gespräch auf die lange Vorgeschichte des Projektes hin (die NÖN berichtete erstmals 2014 über die Bemühungen der WAV). Nur weil letztendlich alle Eigentümer zum Wohle der Stadtentwicklung ihre Gebäude veräußerten und es auch viel Unterstützung aus der Stadt selbst gab, wurde das Projekt in diesem Ausmaß möglich.

„Es wird gelingen, sowohl moderne Architektur in die Stadt zu bringen als auch das Ensemble der Landstraße kaum zu verändern. Das Projekt entspricht zu 100 Prozent der neuen Wohnbaustrategie des Landes“, präsentiert Damberger erste grobe Landstraßen-Ansichten, die das Gebäude in drei Teile gliedern. Für das 2.500 m große Areal wurden von der Siedlungsgenossenschaft sieben Häuser angekauft: In der Landstraße das Rattei-, das Kukla- und das alte Gemeindehaus Landstraße 46, in der Bürgergasse das Mayerhofer-, das Öhner- sowie das Hochstöger-Haus und das Fessl-Haus in der Florianigasse.

Für die Pläne dieses Großprojektes zeichnet der Gmünder Architekt Gerhard Macho verantwortlich.

Straßen werden breiter, Gehsteig wird errichtet

Vizebürgermeister Hannes Prinz war bei der Vergabesitzung dabei: „Sehr positive Rückmeldungen erhielt das Projekt wegen der vorbildlichen Kommunikation zwischen Architekt, Gemeinde und Raumordnung und weil es an die Bauhöhe der Nachbarhäuser der Landstraße und Florianigasse angeglichen wird.“ Bürgermeister Franz Mold unterstreicht die Wichtigkeit des Wohnbaus in der Zwettler Innenstadt: „In vielen Häusern des Stadtkerns lebt nur mehr eine alte Person. Wir brauchen diese Wohnungen dringend, um wieder Menschen in die Innenstadt zu bekommen. Die Belebung der Innenstadt funktioniert auch dadurch, dass sich hier wieder junge Familien und weitere Bürger ansiedeln“, betont der Bürgermeister.

Auch eine wesentlich bessere Perspektive in der Frage der Erhaltung des Gourmet-Spar-Standortes, des einzigen klassischen Lebensmittelmarktes in der Landstraße, sieht Mold dadurch.

Vielleicht kann das rund zehn Millionen Euro schwere Wohnbauprojekt zu einer weiteren positiven Entwicklung beitragen. So betont Vorstandsdirktor Damberger zum gerade in Ausarbeitung befindlichen Verkehrskonzept der Zwettler Innenstadt: „Wir werden auch Grund zugunsten einer besseren Verkehrslösung abtreten.“

Bürgermeister Mold freut der Komplett-Neubau, der die Straßensituation mit vernünftiger Straßenbreite und Gehsteig klar verbessert. Vizebürgermeister Prinz konkretisiert: „Florianigasse und Bürgergasse können an fast allen Stellen wegen der freiwilligen Grundabtretung der WAV auf acht Meter verbreitert werden. Dadurch kann dort auch eine Einfahrt für die Tiefgarage gebaut werden.“

Nach dem Grobplan geht es nun in die Detailplanung: „Wir wollen die Anrainer miteinbinden und werden als nächsten Schritt zu einem Anrainergespräch laden. Damit einhergehend wird der Bauplan erstellt. Im Herbst soll dann um behördliche Bewilligung eingereicht werden“, erörtert Damberger. Demnach könnte schon im Frühjahr 2020 nach der Ausschreibung mit dem Bau begonnen werden.