Ära bei Waldland geht zu Ende: Ökonomierat Zinner verabschiedet sich

Erstellt am 24. November 2022 | 16:23
Lesezeit: 4 Min
Ökonomierat Gerhard Zinner beendet seine Funktion im Vorstand des Waldviertler Sonderkulturenvereins. Die gut geplante Übergabe von Gerhard Zinner an seinen Nachfolger Franz Tiefenbacher wurde am Dienstag im Rahmen der Hauptversammlung des Waldviertler Sonderkulturenverein vollzogen.
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Im anschließenden Festakt wurde Gerhard Zinner, ein echter Waldviertel Pionier, von zahlreichen Ehrengästen wie Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager sowie dem Vorstand des Waldviertler Sonderkulturenvereins gewürdigt und geehrt. In zahlreichen Festreden wurden die außerordentlichen Leistungen erwähnt und auf die großartige Entwicklung von Waldland unter Gerhard Zinners Führung hingewiesen.

Gemeinsam mit Direktor Adolf Kastner, dem damaligen Waldviertelmanager, wurde bereits 1980 der Anbau von Sonderkulturen im Waldviertel forciert. Ein Leitsatz Kastners war: „Jede Region ist Gunstlage, man muss nur wissen wofür.“ Geplant war anfänglich nur die Betreuung von Landwirten im Bereich des Sonderkulturenanbaus. Der Vertrieb sollte über bereits vorhandene Strukturen und Genossenschaften geschehen. Doch wie so vieles im Leben, kam es anders. Aufgrund der nicht zustande kommenden Kooperationen wurde 1984 mit 70 Mitgliedslandwirten ein eigener Verein gegründet. Heute, 38 Jahre später, zählen der Waldviertler Sonderkulturenverein und die Firma Waldland mit über 1000 Mitgliedsbetrieben und 200 MitarbeiterInnen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber im Waldviertel.

„Visionen zu erkennen und umzusetzen sind zentrale Charaktereigenschaften Gerhard Zinners. Dieses Weiterdenken und lösungsorientierte Handeln trugen wesentlich zur erfolgreichen Entwicklung von Waldland bei“, betonte Geschäftsführer Franz Tiefenbacher in seinen Ausführungen und wies darauf hin, dass dies auch der zukünftige Weg sein wird. „Innovationen umzusetzen bedeutete aber auch immer Veränderung und dafür braucht man ein starkes Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, das Gerhard Zinner über all die Jahre eindrucksvoll bewiesen hat“, ergänzt Tiefenbacher.

Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager führte aus, wie wichtig es ist, vorhandene Ressourcen aufzuzeigen und auch etwas daraus zu machen. „Gerade in der heutigen Zeit geben wir die Verantwortung gerne ab. Wir sehen am Beispiel der Waldland Geschäftsführung, wie wichtig es für eine Region und die Gesellschaft ist, Verantwortung zu übernehmen, zu handeln und die Entwicklung voranzutreiben.“

"Ich verbinde mit Waldland große Innovationen und keinen Stillstand. Ich danke Gerhard Zinner für sein Engagement und seinen Einsatz für die Landwirtschaft und die regionale Entwicklung des Waldviertels. Gerade mit der Wiederbelebung des Mohnanbaus durch den Waldviertler Sonderkulturenverein wurde das Waldviertel mit seinen blühenden Mohnfeldern zu einer zentralen Tourismusregion in Niederösterreich“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Im Rahmen des Festaktes wurden Hannelore Zinner und Regina Almeder für ihre über 30 Jahre engagierte Mitarbeit das goldene Ehrenzeichen des Waldviertler Sonderkulturenvereins verliehen. Hannelore Zinner war u.a. zuständig für das Waldland Geschäft, den Außenauftritt Waldlands und hat die Marke Waldland bekannt gemacht. „Ihr unglaubliches Organisationstalent, ihre hohe soziale Kompetenz und ihre Kreativität stellte sie tagtäglich unter Beweis. Als Beispiel wird uns die einzigartige Präsentation Waldlands und die große Besucherzahl beim Tag der offenen Tür 2019 mit Sicherheit für immer in Erinnerung bleiben“, betonte Franz Tiefenbacher bei seiner Rede.

Regina Almeder war Geschäftsführerin und leitete u.a. die Finanz- und Buchhaltungsabteilung bei Waldland sowie das Waldland Catering. Zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land wurden von ihr genussvoll betreut. Eines der Highlights ihrer Ära ist mit Sicherheit die langjährige kulinarische Zusammenarbeit im Rahmen der Christbaumübergabe im Europäischen Parlament in Brüssel.

Gleich zweifach wurde abschließend Gerhard Zinner geehrt. Obmann Robert Haidl überreichte das Diamantene Ehrenzeichen des Waldviertler Sonderkulturenvereins. Bundesminister Norbert Totschnig überreichte das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich: „Innovation und Kreativität entstehen dort, wo man nicht immer alles im Überfluss hat, sondern wo man sich überlegen muss, wie man vorankommt und mutige Visionen angeht. Waldland ist die Verkörperung dessen. Einerseits wird Regionalität und andererseits Wertschöpfung täglich in der Praxis umgesetzt. Durch harte Arbeit und jahrzehntelanges Engagement ist Gerhard Zinner und seinem Team dieser Erfolg gelungen. 1984 hat er den Waldviertler Sonderkulturenverein mit 70 Mitgliedern gegründet. Heute hat der Verein über 1000 Mitglieder. Gerhard Zinner hat unsere heimische Landwirtschaft geprägt wie kein anderer. Darum ist es mir eine große Freude und Ehre, ihm das Goldene Verdienstzeichen der Republik zu verleihen. Danke für dein Vorbild, dass uns alle auch in Zukunft inspirieren wird.“

Gerhard Zinner nutzte abschließend die Möglichkeit Danke zu sagen. „Danke für die Unterstützung an meine Familie, an meine treuen Wegbegleiter und an alle MitarbeiterInnen und Landwirte. Meine Bitte ist, schaut’s auch weiterhin aufeinander, denn darauf baut der Erfolg von Waldland.“

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