Ausstellung über Hundertwasser. Von Maria Moll Anlässlich einer Sammlungsauflösung werden Werke von Friedensreich Hundertwasser in der Galerie „Der Sammer“ verkauft.

Von Maria Moll. Erstellt am 11. Mai 2019 (06:24)
Maria Moll
Zur Eröffnung einer Ausstellung bunter Siebdrucke von Friedensreich Hundertwasser in seiner Zwettler Galerie begrüßte Wolfgang Sammer (rechts). Werner Fröhlich (neben Sammer) und Hermann Neulinger (links) erzählten von ihren Begegnungen mit dem Künstler. Vizebürgermeister Johannes Prinz eröffnete die Schau.

Die Ausstellung „In Memoriam Friedensreich Hundertwasser“, die am Freitagabend in der Zwettler Galerie „Der Sammer“ eröffnet wurde, hat eine besondere Entwicklung hinter sich.

Ein Kunstfreund, dessen Name geheim bleiben soll, löst seine Werkesammlung von Hundertwasser auf. „Sie wissen nicht, was sie heute erwartet, daher freue ich mich besonders über die vielen Gäste“, sagte Wolfgang Sammer in seiner Begrüßung. 15 hochwertige Originalgrafiken werden dabei zu einem Preis, der meist um die 2.500 Euro beträgt, angeboten.

Weil der vereinbarte Eröffnungsredner Anton Barth, ein treuer Mitarbeiter des Museumsvereins Roiten, im Krankenhaus war, sprangen zwei Vertraute des Wiener Malers ein und erzählten aus dessen Leben. Hermann Neulinger, pensionierter Tischlermeister und langjähriger Museumsobmann aus Roiten, bot Fakten und bunte Anekdoten: 1962 ist Hundertwasser mit einem Citroen durch das Waldviertel gefahren. Er hat in Ritterkamp eingekehrt und wollte Wirtshaus und Schuppen kaufen, was misslang. Heinrich Hahn bot ihm sein kleines Sägewerk am Kamp an.

Der Maler zahlte dafür 30.000 Schilling, gleich aus dem Hosensack. Hahn hätte sich noch ein Bild aussuchen können, lehnte aber mit „Des G´schmierat kånnst da g´holt´n“ ab. Neulinger erzählte von seiner ersten Begegnung mit dem menschenscheuen Künstler anlässlich eines Hochwassers am Kamp, von der Museumsgründung 1987, der bunten Szene rund um die Hahnsäge und Hundertwassers Tod mit 71 im Jahr 2000.

Statt kleinem Werk Foto mit Widmung

Werner Fröhlich war damals von Hundertwassers Gönner Peter Kastner gebeten worden, für den Maler zu fotografieren, was er auch jahrelang tat. Versprochen wurde ihm ein kleines Werk als Lohn für „später“. Aber: Manager Joram Harel nahm Fröhlich erst einmal alle Fotos und Negative ab. Als der Künstler starb, fragte Fröhlich bei Harel nach dem versprochenen Lohn nach. „Hast Du das schriftlich?“, war die schnippische Gegenfrage des Managers. Kleiner Trost für den fleißigen Fotografen: ein Foto mit persönlicher Widmung.

Vizebürgermeister Johannes Prinz zollte Sammer Anerkennung, dass er mit seiner Galerie die Kulturszene bereichert.

Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag von 9 bis 13.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung bei freiem Eintritt besichtigt werden.