Bebauungsplan wird Schwerpunkt. Landstraße wird zum Fokus der Gemeinderatssitzung am 22. Oktober. Eine 28 Seiten lange Beschlussempfehlung liegt den Gemeinderäten vor.

Von Markus Füxl und René Denk. Erstellt am 22. Oktober 2019 (10:00)
Archiv/René Denk
Bei der NÖN-Berichterstattung über das Grüne Licht vom Gestaltungsbeirat des Landes Anfang Mai freuten sich Bürgermeister Franz Mold und Vizebürgermeister Hannes Prinz über das Wohnbauprojekt in der Zwettler Innenstadt.

Mit Spannung erwartet wird die Zwettler Gemeinderatssitzung am 22. Oktober um 19 Uhr (nach Redaktionsschluss). Dabei werden unter anderem die Flächenwidmung und eine Änderung des Bebauungsplanes für das Wohnbauprojekt der Siedlungsgenossenschaft Waldviertel (WAV) in der Landstraße behandelt. Dort sollen wie berichtet etwa 50 Wohnungen und 60 Tiefgaragenplätze entstehen.

Gegen die Pläne gibt es Widerstand. So kritisierte Anrainer Robert Wolf, dass sich die Dimension des Projekts nicht mit einer „harmonischen Stadtentwicklung“ decke. Er meldete sich in einem offenen Brief mit 15 Fragen an die Stadt zu Wort, auf die Stadtamtsdirektor Hermann Neumeister ausführlich antwortete. „Die gegenständlichen Änderungen bauen auf den Zielfestlegungen für das Stadtzentrum im Örtlichen Entwicklungskonzept auf“, war dabei der Tenor des Schreibens.

In einem erneuten Schreiben strich Wolf die 198 Unterschriften von Projektgegnern heraus, die auf der Gemeinde eingebracht wurden: „Dies stellt für mich einen mutigen und fast revolutionären Akt der Bevölkerung einer Kleinstadt in all ihren Abhängigkeiten dar.“

Bis zum letztmöglichen Termin, dem 16. Oktober, gingen zehn Einsprüche bei der Stadtgemeinde ein, bestätigt Neumeister. Sie wurden vom langjährigen Stadtplaner (Büro Paula) bewertet. Eine Beschlussempfehlung in Form eines 28 Seiten langen Dokuments liegt seit Freitag, 18. Oktober, zur Einsicht für die Gemeinderäte bereit. „Jeder der zehn Einsprüche wurde damit ordentlich abgearbeitet“, sagt Neumeister.

Bebauungsplan soll leicht geändert werden

Auch die Grünen lehnen die Pläne ab. So begrüße man laut Gemeinderätin Silvia Moser grundsätzlich Wohnbau in der Innenstadt, allerdings hält sie das Projekt für überdimensioniert: „Werden zwei Stöcke weniger geplant, sind wir dabei“, sagt Moser, obwohl man gar nicht genau wisse, wie hoch der Wohnbau überhaupt wird. Denn: Die tatsächliche Höhe des Bauwerkes wird in Metern über dem Meeresspiegel angegeben. Üblich sei dabei aber, die Höhe in Form der Bauklasse anzugeben. Der Vorwurf: Das Projekt ist nicht transparent.

Bei der Gemeinderatssitzung wird die Änderung des Bebauungsplanes beschlossen und keine Entscheidung über das Bauprojekt selbst getroffen. Moser wisse das, aber: „Es ist jedoch die letzte Chance, als Gemeinderat selbst einzugreifen.“

Dem Vernehmen nach soll der Bebauungsplan so geändert werden, dass die mögliche Höhe vom Straßenniveau aufwärts angegeben wird. Damit sei auch eine transparente Vergleichbarkeit gegeben.