Bedingte Strafe für "planlosen" Tankstellenräuber. Erst kaufte er Zigaretten, rauchte eine, dann ging 19-Jähriger wieder in Tankstelle in Zwettl und forderte Geld. Warum, weiß er nicht.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 14. September 2020 (13:12)
Symbolbild
Symbolbild

„Ich brauche kein Geld, ich verdiene mein Geld mit Arbeit“, erzählt der nunmehr 20-jährige Tischler aus Oberösterreich vor Gericht. Er beteuert, dass er es sich heute selbst nicht erklären kann, warum er am 8. Oktober vergangenen Jahres in den Abendstunden nach einem Zigarettenkauf zurück ins Geschäft der Jet-Tankstelle in Zwettl gegangen ist und dann von der Verkäuferin unter Vortäuschung eine Waffe in der Jackentasche zu haben, Geld gefordert hat. „Es war sicher kein geplanter Überfall. Es war ein spontaner und unsinniger Einfall, vielleicht suchte ich einen Adrenalinkick. Was soll ich dazu sagen, ich weiß es nicht“, meinte der Beschuldigte.

„Er forderte Geld, aber ich habe die Geldlade nicht geöffnet. Zum Glück kam dann ein Autofahrer und er ging“, erinnert sich die Verkäuferin (26) sichtlich mit Schrecken an die bedrohliche Situation und bestätigt: „Ich habe mich gefürchtet und gezittert.“ Vor allem die Abschiedsworte des 19-Jährigen „Du hast heute Glück gehabt, ich werde wiederkommen, dann geht es nicht gut für dich aus!“, bereiteten der Schremserin in der Folge schlaflose Nächte.

Kurze Zeit später wurde der erfolglose Räuber im Stadtzentrum verhaftet und widersetzte sich den Polizisten. In der Folge verwüstete er die Zelle, beschimpfte und bedrohte die Beamten. „Es tut mir leid“, erklärt der bislang unbescholtene Handwerker. Er wird rechtskräftig zu 24 Monaten bedingt verurteilt und muss ein Antiaggressionstraining absolvieren.