Beratung gegen die Gewalt

Verein für Gewaltprävention bezog Büro in Zwettl. Von dort werden Täter und Opfer im Waldviertel betreut.

Markus Füxl
Markus Füxl Erstellt am 07. Oktober 2021 | 07:14
Zwettl - Beratung gegen die Gewalt
In der Landstraße 26 bezog der Verein „Neustart“ ein Büro. Im Bild: NÖ-Leiter Alexander Grohs.
Foto: Füxl

Ein Zentrum für das Waldviertel für Gewaltprävention öffnete mit Oktober seine Tore: Der Verein Neustart zog ins Haus Landstraße 26.

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privat

Der Verein besteht bereits seit 1957. Er bietet in ganz Österreich Resozialisierungshilfe für Straffällige, Unterstützung von Opfern und Prävention. Täter sollen mit Unterstützung von Sozialarbeitern wieder in die Gesellschaft integriert werden, erklärt der Leiter in Niederösterreich, Alexander Grohs: „Wir sehen unsere Arbeit als wichtigen Beitrag für die gesetzliche Sicherheit. Wir vermeiden Rückfälle bei Tätern und damit auch neue Opfer.“

Bisher wurde das Waldviertel von einer Stelle in Krems betreut. Das neue Büro in Zwettl wird mit drei Mitarbeitern besetzt, Abteilungsleiterin ist Tamara Jahrl-Puchinger. „In den Bezirken Zwettl, Waidhofen und Gmünd betreuen wir 200 bis 250 Klienten im Jahr in allen Bereichen“, erklärt Grohs.

Eine Erweiterung des Aufgabengebietes kam heuer dazu: Seit 1. September müssen nach häuslicher Gewalt Weggewiesene an einer sechsstündigen Beratung teilnehmen. Gefährder haben nach einer Wegweisung fünf Tage Zeit, einen Termin zu vereinbaren.

Gewalt: Ein typisch männliches Problem?

„Häusliche Gewalt ist kein Randgruppenthema. Es geht quer durch alle gesellschaftlichen Schichten“, erklärt Grohs. Eine klare Verteilung gibt es beim Geschlecht: Zwischen 90 und 95 Prozent aller Personen, die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen bekommen, sind Männer. Grohs beobachtet aber auch einen positiven Trend: „Die Bereitschaft, Anzeige zu erstatten und Vorfälle zu melden, steigt. Das Thema ist in den Fokus der Gesellschaft gelangt, obwohl es leider noch immer eine hohe Dunkelziffer gibt.“

Bei Gefährdungsszenarien rät er dazu, unbedingt die Polizei zu informieren. In weiterer Folge bieten der Verein Neustart, das Gewaltschutzzentrum und die Frauenberatungsstelle vertrauliche Gespräche. „Wichtig ist die Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen und Behörden. Nur durch vernetztes Arbeiten kann ein guter Gewaltschutz erreichbar sein“, erklärt Grohs.

Bereits im Laufe des Oktobers soll in Hollabrunn ein weiteres Büro eröffnet werden.