Bezirksärztesprecher: „Hin und her ist belastend“. Ärztesprecher Karl Danzinger im Gespräch mit Karin Pollak über die nächsten „Impf-Wochen“.

Von Karin Pollak. Erstellt am 03. Februar 2021 (05:10)
Bezirksärztesprecher Karl Danzinger.
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Werden die Ärzte und Mitarbeiter im niedergelassen Bereich zuerst geimpft? Wenn ja, wieviel Impfstoff steht dafür zur Verfügung?

Danzinger: Vorgesehen sind dazu die Kalenderwochen 5 und 6. Wieviele Impfstoffe zur Verfügung stehen, weiß ich derzeit noch nicht. Für die Kalenderwoche 5 sind es 90 Impfstoffe, die für den Bezirk Zwettl zur Verfügung stehen werden.

Können überhaupt jene Personen ihre zweite Teilimpfung bekommen?

Danzinger: Laut Notruf NÖ sind die Impfdosen so verplant, dass die zweite Teilimpfung auf jeden Fall „programmiert“ ist, bevor andere Personen ihre erste Impfung erhalten.

Wie wird der Ablauf bei diesen Impfungen aussehen?

Danzinger: Geplant ist, dass sich möglichst viele Ordinationen an der Impfung beteiligen. Die Ärzte, die sich an der Impfung beteiligen, haben ihre Impfzeiten samt Zahl der zu impfenden Personen pro Zeiteinheit dem Impfkoordinator bekannt gegeben. Die Zuteilung erfolgt über die online-Anmeldung durch Notruf NÖ.

Die Unsicherheit in der Bevölkerung bezüglich Sicherheit und Verträglichkeit der neuen Impfstoffe ist groß. Was sagen Sie?

Danzinger: Es sind bereits viele Millionen Impfdosen verabreicht worden und es gab kaum nennenswerte Zwischenfälle. Leichte Impfreaktionen, wie Schmerzen an der Einstichstelle oder kurzfristiges Fieber, können bei allen Impfungen auftreten. Man kann dies sogar als positives Zeichen werten – das Immunsystem des Patienten reagiert auf die Impfung.

Wie können sich die Senioren voranmelden, die selbst keinen Computer oder Internet haben?

Danzinger: Entweder helfen ihnen Kinder, Enkelkinder oder Nachbarn. Soweit ich weiß sind auch die Bürgerbüros in den Gemeindeämtern behilflich.

Sind diese Impfungen für die Ärzte ein „großes Geschäft“?

Danzinger: Nein, denn die Patienten müssen über 15, beziehungsweise 30 Minuten nach der Impfung beobachtet werden. Man muss also Raum in der Ordination bereitstellen. Die Impfdokumentation benötigt bürokratische Ressourcen, Fragen der Patienten müssen beantwortet werden.

Wie geht es Ihnen mit diesen geplanten Vorgangsweisen?

Danzinger: Es ist sehr schwierig den Patienten zu erklären, dass sie sich nicht bei ihrem Hausarzt anmelden können und dass nicht sichergestellt ist, dass sie die Impfung bei ihrem Hausarzt bekommen können. Belastend ist auch das organisatorische Hin und Her. Jeden Tag kommen neue Informationen, die Patienten bedrängen uns und unsere Ordinationshilfen mit Fragen, die wir aber auch nicht beantworten können, da wir auch nicht mehr an Informationen haben.