Erstellt am 11. Januar 2017, 05:00

von René Denk

Bezirksalarmzentrale: Nachwuchs wird dringend gesucht. 1.430 Stunden Dienst in der Bezirksalarmzentrale in Zwettl. Beachtliche Bilanz Zwölf Feuerwehrkamerden versahen im Vorjahr

Das Feuerwehr-Team in der Bezirksalarmzentrale (BAZ) Zwettl: BAZ-Leiter Franz Bretterbauer (vorne) sowie Matthias Hahn, Hubert Strasser, Philipp Siegl, Rudolf Kainz, Domenic Christian, Bezirkskommandant Franz Knapp, Johann Prock, Florian Sturm, Josef Pfeiffer und Abschnittskommandant Ewald Edelmaier (von links).  |  René Denk

1.430 Stunden Dienst versahen die Feuerwehrmänner 2016 in der Bezirksalarmzentrale (BAZ) in Zwettl.

BAZ-Leiter Franz Bretterbauer ist stolz, dass seine zwölf Kameraden und er diese Leistung aufbringen konnten. Mit Philipp Siegl von der FF Rudmanns konnte ein neues Mitglied im Team aufgenommen werden. Jedoch verstarb heuer mit Franz Senk von der FF Schönbach auch ein sehr engagierter BAZ-Disponent.

„Wir brauchen dringend Nachwuchs, der auch laufend in Übung bleibt. Außerdem sollte gewährleistet sein, dass ein Kamerad nicht jedes Wochenende zum Dienst drankommt“, sagt Bretterbauer im NÖN-Gespräch.

Wenn ein FF-Mitglied Interesse an einer Mitarbeit habe, kann er sich bei ihm unter der Email-Adresse baz22@feuerwehr.zwettl.at melden. Auch bei Mitgliedern des Bezirksfeuerwehrkommandos wäre das natürlich möglich. „Natürlich kann ein Interessent zu Zeiten, in denen die Alarmzentrale besetzt ist, vorbeikommen und sich das Ganze vor Ort einmal anschauen“, meint Bretterbauer.

127 Einsätze und Übungen

2016 konnten nicht mehr alle geplanten Dienste in der Bezirksalarmzentrale besetzt werden. 127 Einsätze und Übungen, davon rund 70 echte Einsätze, wurden im Vorjahr koordiniert. Allein am 2. Juli wurden aufgrund von Unwettern im Raum Kirchschlag-Ottenschlag-Kottes zehn Einsätze innerhalb von drei Stunden abgearbeitet, was damals nur durch die Unterstützung eines zweiten Teammitgliedes möglich war.

Auch am heurigen 4. Jänner forderte die Landeswarnzentrale (LWZ) Tulln an, die Bezirksalarmzentrale am Nachmittag zu besetzen. An diesem Tag wurden alleine 18 Einsätze koordiniert, zwei davon dann von der BAZ Zwettl, die am Nachmittag auf Bitte des LWZ wegen womöglich gehäuften Unfallaufkommens besetzt wurde. Von vergangenem Mittwoch bis Sonntag wurde über 30 Mal alarmiert, fast ausschließlich wegen Fahrzeugbergungen, weiß Bretterbauer.

Franz Knapp: „Im Ernstfall sehr wichtig!“

Die Bezirksalarmzentrale ist normalerweise in der Nacht von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag besetzt, an Sonn- und Feiertagen auch am Nachmittag. Wenn ein Dienst nicht besetzt werden kann, übernimmt Tulln, was im Regelfall auch nicht schlimm ist.

Aber: „Kommt es zum Katastrophenfall, muss vor Ort jemand die gleichzeitigen Alarmierungen und Einsätze koordinieren und damit die Landeswarnzentrale entlasten. Da müssen wir gerüstet sein“, streicht der BAZ-Leiter die Wichtigkeit der Bezirksalarmzentrale hervor.

700 Alarmpläne für Bezirk Zwettl

Dazu braucht es vor allem ein laufend gut geschultes Personal, um aus den 600 bis 700 Alarmplänen für den Bezirk (je nach Ort und Schwere des Einsatzes) die richtigen Aktionen zu setzen. Das sind: Notrufe entgegenzunehmen, die Feuerwehren zu alarmieren und zu koordinieren, sie mit relevanten Informationen zu versorgen und auch nach zu alarmieren.

Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Knapp stößt ins selbe Horn. „Im Notfall, wie bei einem größeren Unwetter, müssen wir unbedingt die BAZ besetzen. Die geschulte Mannschaft vor Ort ist wirklich sehr wichtig, um die Landeswarnzentrale im Ernstfall zu entlasten“, wünscht er sich, dass sich das Team der BAZ wieder vergrößert.