Bier-Trio auf Erfolgswelle

Die Friedls aus Zwettl wurden vom Bierbrau-Fieber gepackt, ihr Produkt über Nacht zum Star.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 06:31
440_0008_8203754_gmu41lainsitz_spital_friedl_bier.jpg
Christian, Michael und Jürgen Friedl bekommen bei ihrem Hobby, dem Bierbrauen, volle Unterstützung von den Familien. Das tragen sie auch optisch nach außen.
Foto: privat

Man nehme Wasser, Hopfen, Hefe und Malz, und schon hat man sein eigenes Bier. Dass das Bierbrauen aber eine eigene Wissenschaft und überhaupt nicht einfach ist, das wissen die Brüder Jürgen und Christian Friedl sowie ihr Cousin Michael Friedl seit 2019. Das Trio hat es aber geschafft, braut vier Craft-Bier-Sorten, die sich über große Nachfrage freuen, und sind mit zwei ihrer Friedl-Biere bei der diesjährigen Austrian Bierchallenge vertreten.

„Entstanden ist das Bierbrauen aus unserer Leidenschaft für Bier. Wir wollten einfach mehr Biervielfalt. Dass es kein einfacher Weg werden wird, war uns klar. Wir haben viele Höhen und Tiefen sowie Niederlagen und Erfolge in den vergangenen zwei Jahren erlebt“, berichtet Jürgen Friedl, der einen kleinen Raum im Keller seines Wohnhauses in Spital für das neue Hobby der Friedl-Bierbrauer zur Verfügung gestellt hat.

Anzeige

2019 wurde gestartet

Jürgen sowie Christian und Michael Friedl, die in Zwettl leben, lasen sich ein, belegten Kurse – coronabedingt meist online – und legten sich eine kleine Brauanlage zu. „Bier hat viele Facetten, Craftbier viele Dimensionen. Das hat uns einfach fasziniert. Wir wollten einfach nur ein Bier, das unsere Handschrift trägt und uns schmeckt. Dass daraus eine Firma wird, damit haben wir nicht gerechnet“, betont Christian Friedl.

Nach zahlreichen Versuchen, vielen Diskussionen über Geschmack, Namen und Logo sowie mit großem Einsatz schaffte es das Trio und kann mittlerweile auf vier Biersorten verweisen. Das Friedl-Life-Style ist ein kaltgehopftes Lagerbier. Laut den Hobbybierbrauern ist es durch seine Leichtigkeit, Fruchtigkeit und den wenigen Bitterstoffen sehr „trinkfreudig“. Mit dem „Hopfen-Junkie“ schufen sie ein New England-Pale-Ale, das bitterer und mit 6,2 Prozent Alkohol auch stärker ist. Beim Urcraft setzte das Trio auf ein typisches Pils. „Unser Mercedes ist der ‚Waldviertler Wahnsinn‘. Diese Biersorte wird am meisten verkauft. Es ist ein Bier zum Genießen und hat eine moderate Bittere sowie einen geringeren Alkoholgehalt“, verrät Jürgen Friedl.

Familie und Freunde drängten zur Expansion

Diese Biere waren eigentlich für den Eigenverbrauch gedacht. Sie haben dann auch der Familie und dem Freundeskreis geschmeckt. „Wir sind eigentlich gedrängt worden, größer zu werden. Das war auch der Ausschlag dafür, dass wir im Frühjahr das Brauerei-Gewerbe angemeldet haben“, berichtet „Firmenchef“ Jürgen Friedl.

Die „F.O.B.-Biere (Friedl Original Biere) werden nun in zweiwöchigem Rhythmus in der 60 Liter fassenden Brauanlage gebraut. Die Zutaten bestellen die Friedls weltweit. „Wir verwenden zum Beispiel Hopfen aus dem Mühlviertel genauso wie aus Australien, je nach Bedarf. Unser weiches Spitaler Wasser ist perfekt dafür geeignet“, meint Michael Friedl. Gebraut wird nach ihren erstellten Rezepten mit genau geführten Bierprotokollen. „Wir lernen bei jedem Brauvorgang, denn man kann voll viel falsch machen“, lacht Jürgen Friedl.

Unterstützung bekommt das Friedl-Trio von den Familien, ein Brautag dauert ja bis zu zehn Stunden. „Unsere Kinder und Gattinnen leben damit. Sie helfen mit, tragen mit Stolz unsere kreierten Friedl-Bier-Leiberl. Unsere Buben wollen sogar einmal Braumeister werden.“

Bierbrauen ist somit eine Leidenschaft im Hause der Friedls geworden. Es wird weiter experimentiert, und wenn es für die Hobby-Bierbrauer passt, dann wird es auch noch weitere Friedl-Biersorten geben. „Diese müssen aber vor allem uns schmecken. Das ist unsere oberste Prämisse. Uns hat das Bierbrauer-Fieber gepackt.“

Eigene Website ist schon online

Die vier Friedl-Biere gibt es mittlerweile im Walala in Weitra, im Bierbeisl von Reinhard Todt in Zwettl, bei Cosmetrix Irene Friedl im Oberhof in Zwettl, bei den Hobby-Bierbrauern sowie auf der neuen Homepage friedlbier.at. „Die Rückmeldungen sind wirklich positiv. Wir haben auch schon viele Vorbestellungen. Firmen wollen unser Bier als Weihnachtsgeschenke für die Kunden, bei einer Hochzeit wird unser Bier als Geschenk für die Hochzeitsgäste vergeben, das freut uns sehr“, meint Jürgen Friedl.

Die Coolness im Friedl-Dreier-Pack ist nach wie vor ungebrochen, obwohl bei den dreien die Spannung steigt: Am 29. Oktober werden ihr Waldviertler-Wahnsinn und ihr Hopfen-Junkie bei der Austrian Bierchallenge von hochrangigen Biersommeliers bewertet. „Auf das Ergebnis sind wir wirklich gespannt.“