Bücher müssen in "Quarantäne". Die Zwettler Stadtbücherei ist wieder geöffnet. Die Bücher bekommen bei der Rückgabe jetzt eine spezielle Behandlung.

Von Angelika Koll. Erstellt am 19. Mai 2020 (08:52)

Die Zwettler Stadtbücherei durfte am Montag wieder ihre Türen öffnen. Als Treffpunkt und Ort zum Verweilen kann sie jedoch noch nicht wieder genutzt werden.

Der Ansturm am 18. Mai war groß. Büchereileiter Johann Koller hat sich für den Tag extra eine Kollegin hinzugeholt. In den Räumlichkeiten der Stadtbücherei dürfen sich maximal 30 Personen aufhalten, um das zu kontrollieren, hat man Zählkarten vorbereitet. Sollten alle weg sein, muss man warten. „Das hat sich aber ganz gut verteilt“, meint Koller.

In den letzten Wochen war die Bücherei komplett geschlossen. Es gab keine Ausleihen oder Rückgaben. Für alle ausgeliehenen Bücher wurde die Rückgabefrist deshalb einheitlich bis zum 4. Juni kostenlos verlängert. Wie der Leiter erwähnt, möchte man damit Stress durch die Rückgabe von Büchern vorbeugen: „Es haben vielleicht nicht alle gleich am 18. Mai Zeit, oder es gibt ältere Personen, die lieber noch ein wenig warten wollen, bevor sie wieder in die Bibliothek kommen.“ Für die zurückkommenden Bücher gibt es außerdem spezielle Auflagen. Einige Bücher werden nach der Rückgabe sofort gereinigt, damit sie wieder ausgeliehen werden können. Jedoch schaffe man das nicht bei allen. Die anderen würden erst einmal verpackt und weggestellt werden. „Die Bücher kommen in Quarantäne und dürfen erst am nächsten Entlehntag wieder ausgeliehen werden“, erklärt Koller. Da die normalen Öffnungszeiten am Montag und Donnerstag beibehalten werden, sind so immer ein paar Tage dazwischen, bevor sie wieder von anderen Kunden angegriffen werden können.

Verschobene Lesungen starten im September

Der Aufenthalt in der Stadtbücherei soll in der nächsten Zeit zeitlich reduziert sein, was Koller durchaus bedauert: „Mit der Neugestaltung vor ein paar Jahren hatte man ja eigentlich das Ziel, dass hier mehr Zeit verbracht wird.“ Damit die Situation gleich beim Betreten klar ist, habe Koller alle Sessel und Sofas zusammengestapelt. Auch die Computer-Arbeitsplätze seien nun nicht benutzbar, Aufkleber am Boden weisen auf den erforderlichen Abstand hin. Zu den Büchern hat man dennoch freien Zugang und kann blättern.

Die verschobenen Termine sind nun am 11. September (Kinderbuchautor Heinz Janisch), 9. Oktober (Raphaela Edelbauer) und 13. November (Eva Rossmann).