Impfanmeldung scheint einigermaßen missglückt. Anmeldungen für über 80-Jährigen laufen laut Interessensvertreter, bei Impfrate hapert es.

Von Markus Füxl. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:14)
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Während die Organisation der Corona-Teststraßen in den Waldviertler Gemeinden professionell abläuft, scheint die Impfanmeldung einigermaßen missglückt zu sein. Auch in der NÖN gingen Anrufe und Mails ein, in denen sich Leser über ein Anmeldechaos für die Corona Impfung von über 80-Jährigen beschwerten. Die NÖN hat sich an der Basis umgehört.

Bezirksvorsitzender des Pensionistenverbandes im Bezirk Zwettl, Werner Czanba, zieht ein durchwachsenes Fazit: „Es war sehr schwierig. Wir haben eine gemeinsame Aktion mit dem Land Niederösterreich und dem Seniorenbund gestartet, weil das zuvor nicht funktioniert hat.“ So wurden etliche über 80-Jährige aus den Ortsgruppen im Bezirk zentral von St. Pölten aus angemeldet.

„Ich war selber krank und hatte 16 Tage lang starkes Fieber. Ich weiß, wovon ich spreche.“ Werner Czanba, Vorsitzender des Pensionistenverbandes

Anmeldung im Netz oft nicht einfach. Der Anmeldevorgang über das Internet sei für die ältere Bevölkerung schwierig. „Viele wissen nicht 100-prozentig, ob sie sich richtig angemeldet haben. Das war schwierig.“ Auch viele Fragen darüber, welcher Impfstoff verabreicht werden wird, konnte Czanba den Pensionisten im Bezirk nicht beantworten.

Über die Impfungen selbst habe er noch keine Rückmeldungen erhalten. Er weiß nur eines mit Sicherheit: Dass es zu langsam geht: „Ein Bekannter von mir hat erzählt, dass er mit 70 Jahren im Bezirk Horn schon geimpft ist. Bei uns schaffen sie noch nicht einmal alle über 80-Jährigen. Ich würde mir wünschen, dass das schneller vonstatten geht. Das läuft nicht transparent ab. Da ist Sand im Getriebe.“

Czanba war selbst vergangenen November an Corona erkrankt und hatte 16 Tage lang starkes Fieber: „Ich weiß, wovon ich spreche und verstehe, wenn sich Leute rasch impfen lassen wollen“, sagt Czanba. Obwohl er noch genügend Antikörper für eine Immunabwehr gegen das Virus hat, möchte er sich impfen lassen: „Auf jeden Fall, sobald ich an der Reihe bin mache ich das!“

„Dass nicht alle gleichzeitig drankommen, ist logisch.“ Als relativ ruhig bewertet Ernst Sinnhuber Obmann des Zwettler Seniorenbundes, die vergangenen zwei Wochen: „Ich habe mir erwartet, dass sich viele nicht mit den Anmeldungen auskennen. Bis jetzt gab es bei mir aber noch keine Anfragen. Es dürften alle soweit zurecht gekommen sein.“

So hätten auch viele Verwandte oder Familienangehörige die Senioren angemeldet. Zum Engpass bei den Terminen sagt Sinnhuber: „Es ist klar, dass nicht alle gleichzeitig drankommen. Das ist logisch.“

Der Zwettler Seniorenbund zählt 3.800 Mitglieder im Bezirk. Bisher habe sich noch niemand bei Sinnhuber mit Problemen bezüglich der Impfung gemeldet. Der Obmann selbst hat sich auch schon angemeldet, einen fixen Termin hat er aber noch nicht. Seine Hausärztin impft wieder nächsten Dienstag. „Vielleicht wird da ein Termin frei, das kann ich noch nicht sicher sagen. Ich habe es nicht so eilig“, sagt Sinnhuber.