Kommt Kardiologie von Krems nach Zwettl?. Strategieplan Gesundheit sorgt vor allem in Krems für Aufregung. Stephan Pernkopf stellt klar, vor Start der Landesgesundheitsorganisation keine Entscheidung.

Von René Denk und Martin Kalchhauser. Erstellt am 22. Mai 2019 (04:50)
Mehr als zehn Wochen Wartezeit auf einen Eingriff am Herzen müssen Patienten in Kauf nehmen. „Viele von ihnen erleben ihre Behandlung gar nicht mehr“, meint der Kremser Personalvertreter Josef Sattler.
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Laut dem Österreichischen Strategieplan Gesundheit (ÖSG) soll spätestens 2025 die Kardiologie-Abteilung des Landesklinikums Krems in das Zwettler Krankenhaus verlegt werden.

Während in Krems ein beträchtlicher Wirbel ausgelöst wurde, herrscht in Zwettl abwartendes Stillschweigen. Alle Fraktionen des Kremser Gemeinderates sprachen sich einstimmig in einem Dringlichkeitsantrag gegen die Verlegung aus. „Wir platzen aus allen Nähten. Es gibt Wartezeiten von elf, zwölf Wochen für eine Herzkatheteruntersuchung. So dramatisch es klingt, ist es auch: Es gibt Patienten, die erleben ihre Untersuchung nicht mehr, weil sie vorher sterben“, meinte etwa der oberste Personalvertreter des Kremser Krankenhauses, Josef Sattler. Neben den Wartezeiten bezweifeln die Kremser, dass man die Kremser Kardiologie (die einen guten Ruf hat) einfach so in Zwettl neu aufbauen könne. Gefordert wird dabei keine Verlegung, sondern eine Erhöhung der Interventionstische.

Keine Entscheidung vor Neuordnung

Eine Online-Petition gegen die Absiedelung wurde ins Leben gerufen, die knapp 4.500 Personen im Internet unterschrieben haben. Auch der Mittelbau der Ärzteschaft der Internen Abteilung in Krems hat eine Petition gestartet: „Krems ist für die regionale und überregionale Versorgung kardiologischer und internistischer Patienten von zentraler Bedeutung, vor allem auch die Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt, überwachungs- oder intensivpflichtigen Erkrankungen“, heißt es im Aufruf zur Unterzeichnung.

Am Rande einer Pressekonferenz betonte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf zum Thema: Er wolle „die bestmögliche medizinische Versorgung. Entscheidungen werden nicht fallen, solange die neue Landesgesundheitsagentur nicht in Betrieb ist.“

Die NÖN fragte auch beim Leiter der Abteilung, Primarius Thomas Neunteufl, an. Der darf dazu jedoch nichts sagen und verwies an die Pressestelle der Landesklinikenholding. Auf Nachfrage im Zwettler Landesklinikum wird auch hier auf die Landeskliniken-Holding verwiesen, die sich mit der Antwort Pernkopfs deckt:

„Da derzeit die Neuausrichtung des Gesundheitswesens in Niederösterreich mit dem Aufbau der NÖ Gesundheitsagentur erfolgt, ist vorher dieser Prozess abzuwarten, bevor weitere Angaben bezüglich etwaiger Umsetzungsschritte zur von Ihnen erwähnten Strukturmaßnahme getätigt werden können. Dies betrifft damit auch alle Entscheidungen bezüglich Investitionen im Bereich Herzkatheter“, heißt es von Cornelia Bunkrad, Bereichsleiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Landeskliniken-Holding.

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