Land gegen Brücke über den Kamp?. Vizebürgermeister dementiert die Gerüchte, der Verkehrsstadtrat will aber anderes gehört haben.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 08. August 2018 (04:00)
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Stadtrat Franz Groschan

Widersprüchliche Aussagen gibt es, was die geplante neue Brücke über den Kamp betrifft.

Bekanntlich soll für das auf dem ehemaligen Hahn-Areal geplante „Kampcenter“ eine eigene Zufahrt geschaffen werden, und diese soll von der Kremserstraße in Höhe des Feuerwehrhauses mittels einer neuen Brücke über den Kamp und weiter in die Gartenstraße führen. Die Kosten für das Brückenbauwerk wollen sich die Stadtgemeinde und der Investor teilen, wie die NÖN bereits mehrfach berichtet hat.

Anfang März dieses Jahres wurden vom Stadtrat mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ die Planungsarbeiten für diesen Brückenschlag vergeben. Jetzt lässt Verkehrsstadtrat Franz Groschan (SPÖ) aufhorchen: Im kürzlich erschienenen „Zwettler Wegweiser“, der Gemeindezeitung der Sozialdemokraten, berichtet er, „dass sich die Lage der Brücke für das Land NÖ nicht so einfach darstelle“. Es soll, so habe er gehört, vor Ort eine Begehung gegeben haben, bei der sich die Planer nicht gerade positiv geäußert hätten, erklärte Groschan im Gespräch mit der NÖN.

So sollen sich die Fachleute des Landes gegen eine Einbindung in die B 36 direkt beim Feuerwehrhaus ausgesprochen haben. Auch die Nähe zur „Lagerhauskreuzung“ sei „ein zusätzlicher negativer Aspekt“.

„Das entbehrt jeder Grundlage!“

Vizebürgermeister Johannes Prinz (ÖVP) beteuerte, mit den Gerüchten konfrontiert, nichts von einer Begehung „noch sonst was“ zu wissen. „Das entbehrt jeder Grundlage, es gibt bis jetzt ja weder eine fertige Planung noch eine Einreichung“, betont Prinz.

Der Vizebürgermeister weist darauf hin, dass im Zuge des Umwidmungsverfahrens des für das Einkaufszentrum geplanten Standortes auch ein Verkehrskonzept ein Bestandteil gewesen sei. „Die Vertreter des Landes haben dieses allerdings für in Ordnung befunden, auch der Planer für das Wasserrechtsverfahren weiß nichts von Bedenken des Landes!“

Die SPÖ spricht sich nach wie vor gegen das geplante Einkaufszentrum aus. „Wir leben besser ohne“, so Groschan im „Zwettler Wegweiser“. Und der SP-Bezirksvorsitzende Herbert Kraus sprach sich erst vor zwei Monaten offiziell gegen das EKZ aus, er will stattdessen die Errichtung einer Fachhochschule mit Holz-Schwerpunkt.