Zwettl: Millionenprojekt bei Kläranlage gestartet

Die Zwettler Kläranlage wird komplett saniert. Als Generalunternehmen erhielt das Lagerhaus Zwettl den Zuschlag, insgesamt investiert die Stadtgemeinde 2,5 Millionen Euro.

Erstellt am 27. August 2021 | 10:47
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Baubesprechung bei der Kläranlage: Betriebsleiter Reinhard Pichler, Projektleiter Michael Musil, Bauleiter Jonas Göschl, Polier Reinhard Riedl, Stadtrat Erich Stern und Rainer Lugauer vom Bauamt.
Foto: Joachim Brand

Bauarbeiten zur Generalsanierung der Zwettler Kläranlage haben vor kurzem in Zwettl Oberhof begonnen. Die in mehreren Schritten durchgeführten Renovierungsmaßnahmen werden bis zum Jahr 2023 andauern.

In diesem Jahr werden neben Planungsarbeiten und Ausschreibungen vor allem das Betriebsgebäude umgebaut und aufgestockt. Hier befindet sich das Herzstück der Anlage mit der Steuerungszentrale. Bei der Ausschreibung der Arbeiten für den ersten Bauabschnitt ging das Raiffeisen Lagerhaus Zwettl als Bestbieter mit einer Anbotssumme von 730.000 Euro hervor.

Hochwasserschutz und Photovoltaikanlage kommen

In den folgenden Jahren werden die Becken samt der maschinellen Ausstattung saniert und das gesamte Grundstück mit einem Hochwasserschutz umgeben. Zusätzlich werden für die sieben Bediensteten der Kläranlage Personalräume errichtet und am Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, die Strom für den Eigenbedarf produziert. 2023 werden elektrische Steuerungen und Anlagenteile (Maschinen, Pumpen, Rotoren) erneuert. Die veranschlagten Gesamtkosten liegen bei 2,5 Millionen Euro.

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Waren beim Baustart der Sanierung der Kläranlage dabei: Christoph Fichtinger (Planungsbüro Steinbacher + Steinbacher), Bürgermeister Franz Mold, Reinhard Pichler (Betriebsleiter Kläranlage), Stadtrat Erich Stern, Bauleiter Jonas Göschl, Rainer Lugauer (Bauamt Zwettl), Anton Dirnberger und Polier Reinhard Riedl
Markus Füxl

Die in den 80er Jahren errichtete Kläranlage in Zwettl Oberhof ist inzwischen in die Jahre gekommen. Trotz einwandfreier Funktion sind zwischenzeitlich neue Vorschriften bezüglich Schadstoffeinleitung in den Kamp erlassen worden.

Nach Fertigstellung der generalsanierten Kläranlage wird sich der Wirkungsgrad bei den Stickstoffverbindungen auf 70 Prozent und beim biochemischen Sauerstoffbedarf auf fast 95 Prozent erhöhen. Projektleiter Michael Musil betonte, dass die Anpassungen während des laufenden Betriebes durchgeführt werden. „Natürlich werden uns während der Sanierung der Klärbecken andere Einleitungsvorschriften in den Kamp genehmigt“.

Wassergüteklasse wurde verbessert

Die Zwettler Kläranlage ist für kommunale Abwässer ausgelegt. Sie umfasst hauptsächlich eine mechanische und eine biologische Behandlung der Abwässer. Durch die Anwendung von Ausfälltechniken kommen auch chemische Methoden zur Anwendung. Durch die erstmalige Errichtung einer Kläranlage in den 80er Jahren wurde die Wassergüteklasse des Kamps im Zwettler Stadtgebiet von 3 auf Wassergüteklasse zwei verbessert. Davor wurden sämtliche kommunalen Abwässer direkt in den Kamp geleitet.

Als Problem stellt sich heute die zunehmende Versiegelung des Stadtgebietes dar. Bei Starkregenereignissen fließen über den Überlauf gewaltige Wassermengen noch immer ungeklärt direkt in den Kamp. „Die Stadtgemeinde Zwettl will mit der zunehmenden Vorschreibung von Sickergruben auf den Baugrundstücken eine vermehrte Einleitung von Mischwasser in den Kanal verhindern“ erklärte Rainer Lugauer vom Bauamt Zwettl.
Detail am Rande: Durch die vor einigen Jahren erfolgte Schließung der Molkerei müssen in der Zwettler Kläranlage Abwässer im umgerechneten Wert von 10000 Bewohnern weniger geklärt werden.