„Mister Fingerpicking“ begeisterte Publikum. Peter Ratzenbeck fesselte Zwettler Publikum mit rockigen Nummern und persönlichen Anekdoten von STS bis Reinhard Mey.

Von Maria Moll. Erstellt am 09. Dezember 2019 (07:39)
Ein unschlagbares Duo: Peter Ratzenbeck und seine Westerngitarre.
Maria Moll

Von Martin Anibas in die Galerie „Blaugelbezwettl“ eingeladen gab Peter Ratzenbeck am Samstagabend vor großem Publikum ein ansprechendes Konzert. „Mister Fingerpicking“, wie der Gitarrist ob seines speziellen Könnens genannt wird, saß „im Kreise“ von einigen seiner Westerngitarren, individuell gestimmt und elektrisch verstärkt. Er erzählte mit feinem Humor aus seinem Leben und Wirken und kleidete das Ganze in seine Musik.

Der gebürtige Grazer wollte ursprünglich Lehrer werden. Mit 16 Jahren lernte er Gitarre „wegen der Gitarre, um Mädchen kennenzulernen und um sie dann wieder zu vergessen“. Musikalisch strebte er ein Wirken als Liedermacher an, musste sich aber eingestehen, dass ihm seine Freunde von STS oder der EAV schon weit voraus waren. Erfolgreiche Zusammenarbeit und gute Freundschaften sind davon geblieben, wie mit Schiffkowitz, der den Text über „Mein an & olles“ verfasste, Ratzenbecks Liebeslied für seine Partnerin.

Apropos Singen: Ratzenbecks Freund Reinhard Mey stellte einmal fest: „Peter, du hast zwar keine Stimme, aber dieselbe hat Charakter.“ Der starke Raucher sagt dazu: „Wenn schön klingende Akkorde für ein Instrumentalstück zu dünn sind, biete ich Sprechgesang an. Ich habe für den Notfall einen Fundus von 20 bis 30 Liadln.“ Auch in seiner Version des 1969 von Fleetwood Mac veröffentlichten „Albatross“ strapaziert Ratzenbeck zwischenzeitlich seine Stimme.

Anregungen für seine Stücke sammelt er – „Auf mein Bankerl im Garten“ – wenn er „sinniert“, wie seine Frau es nennt, wenn er das alte Dampfross der Schmalspurbahn, „das Schnauferl“, hinter dem Familiensitz nahe Heidenreichstein vorbeifahren hört oder wenn er auf Konzertreise ist, wie neulich in Hallein, wo er sich der 200 Jahre alten Salzburger Weise „Still, still“ annahm. Da spielt dann seine Frau die Harfe dazu.

Gerne flicht Ratzenbeck Gitarren-Remakes von Songs der Beatler in sein Programm ein, was auch am Samstag im großen Finale bei gedämpftem Licht geschah. Schön und nicht zu laut die Zugabe „Waldviertler Nächte“. Wer’s lauter mag, sollte am 28. Dezember das 43. Weihnachts- und Silvesterkonzert mit den Bluespump’n im Folkclub in Waidhofen an der Thaya nicht verpassen.