Neue Bücher von Krüger

Ilse Krüger aus Zwettl spricht in ihren zwei neuen Büchern ganz unterschiedliche Themen an.

Erstellt am 27. Oktober 2021 | 15:29
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Ilse Krüger veröffentlicht im November gleich zwei Bücher.
Foto: Hannah Mayr

Gleich zwei neue Bücher veröffentlicht die in Zwettl geborene und aufgewachsene Autorin Ilse Krüger dieser Tage. Unterschiedlicher könnten die Themen dabei nicht sein. Eines widmet sie ihrer vom Nationalsozialismus gebeutelten Familienchronik, das andere dem persönlichen Vorhaben, einen Fichtenwald zu einem Mischwald umzuwandeln.

„Es ist eine Art Vergangenheitsaufarbeitung“, erklärt Krüger zu ihrer Familienchronik „bitter kalt“. Den Anstoß zum Buch gaben die immer stärkeren rechtsradikalen Strömungen der jüngsten Jahre. „Nachdem die Kräfte von damals wieder auferstehen, wollte ich aufarbeiten, wie intelligente Menschen zum Nationalsozialismus gekommen sind“, schildert die 82-jährige Autorin.

Ende von längerer Veröffentlichungspause

Der Familienroman handelt von einer fragilen Liebe, von der patriarchalischen und antisemitischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts und einem taumelnden Europa während der beiden Weltkriege. Zwettl ist dabei einer der Hauptschauplätze des Buches. Den Kern bildet die Geschichte von Ilse Krügers Eltern von 1911 bis 1945.

Die Erzählung „Mein Jahr im Wald“ handelt dagegen von einem Projekt, das Krüger gemeinsam mit ihrem Mann startete. Mit dem Erwerb eines Bauernhauses im Südburgenland machten es sich die beiden zum Ziel, ein Stück Fichtenwald zurück zu einem Mischwald zu machen. Die Erzählung beruht dabei auf den von Wut, Trauer und Hoffnung gezeichneten Tagebucheinträgen, die die Autorin nach dem Tod ihres Mannes 2019 verfasste.

Für die 82-Jährige endet mit den beiden Bücher eine längere Veröffentlichungspause. Krüger führte einen Textilbetrieb mit ihrem Mann in Wien. Seit den 90er-Jahren verfasste sie regelmäßig Lyrik und Prosa und studierte Psychologie und Philosophie. „Nachdem mein Mann krank wurde, brauchte ich die Energie aber für die Familie“, erzählt sie.

Mit Zwettl verbindet sie immer noch schöne Kindheitserinnerungen. Die ersten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte sie bis 1946 im Waldviertel.