Neuer Verein: Skater-Szene startet durch. Fünf Waldviertler gründeten den ersten heimischen Skateboard Club. Sie wollen Leute für den Sport begeistern. Im Juli findet in Zwettl ein Wettkampf statt.

Von Markus Füxl. Erstellt am 20. Juni 2018 (03:00)
Skateboard-Club Waldviertel

Für den 20-jährigen Sebastian Penz gibt es nur ein Brett, das ihm die Welt bedeutet. Der Zwettler ist seit elf Jahren leidenschaftlicher Skateboarder. „Wenn es geht, fahre ich täglich“, sagt er im Gespräch mit der NÖN. Pausen legt er nur ein, wenn er sich durch Stürze verletzt. Gebrochen hat er sich zwar noch nichts, eine Gehirnerschütterung, Probleme mit der Wachstumsfuge und ein Seitenbänderriss waren aber schon dabei.

Im Februar war er mit seinen Freunden für eine Woche in Gran Canaria Skaten. „In den Shops waren alle gleich begeistert, dass sie eine Gruppe aus dem Waldviertel besucht. Das ist das Besondere beim Skaten: Du wirst gleich mit offenen Armen begrüßt, das hast du bei keinem anderen Sport“, so Penz.

"Beim Skaten kannst du dich mit deinem eigenen Style kreativ ausdrücken. Das hast du so in keinem anderen Sport."Sebastian Penz

Er und seine Freunde gründeten zurück in der Heimat kurzerhand den ersten Skateboard Club Waldviertel. Seinen Sitz hat der Verein in Vitis, die mittlerweile 20 Mitglieder zwischen 19 und 28 Jahren kommen aber aus dem gesamten Waldviertel.

Mit dem Verein wollen die Sportler vor allem junge Leute zum Skaten animieren. „Als ich angefangen habe, waren regelmäßig 25 Leute am Zwettler Skaterplatz. Das war eine richtige Community, die in den letzten Jahren abhanden gekommen ist“, sagt Penz. Diese waldviertelweit wieder herzustellen, sei ebenfalls ein Grundgedanke des Vereins.

Außerdem möchten die Mitglieder das Image des Sports verbessern. Vor allem von älteren Leuten heiße es immer wieder: „Das ist ja die Drogenpartie“ – ein Vorwurf, den Penz nicht stehen lassen möchte: „Sicher trinken wir auch mal ein paar Biere, aber das war’s auch schon.“

„Wir haben keine guten Skaterplätze, sie sind komplett veraltet.“

Ein weiteres Ziel des Vereins sei ein altes Problem in der Waldviertler Skater-Szene: „Wir haben keine guten Skaterplätze, sie sind komplett veraltet.“ Deshalb möchte man einen neuen und großen Standort im Waldviertel etablieren. Genaue Pläne zur Finanzierung und zum Standort gibt es noch nicht. „Wir wissen, dass als junger Verein ein solches Projekt von den Gemeinden zu fordern, viel verlangt ist. Jetzt wollen wir einmal wachsen“, so Penz.

Eine Möglichkeit, um neue Mitglieder zu gewinnen, bietet der „Skatebash“ am 28. Juli in Zwettl. Bei der Veranstaltung gibt es mehrere Wettbewerbe, wie etwa wer am höchsten mit dem Board springen kann, oder wer den besten Trick steht. „Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Deshalb wollen wir auch, dass Leute kommen, die noch nie auf dem Brett gestanden sind“, sagt Penz.

Ein Highlight ist der „Kulla“-Stand. Dort wird Schmuck aus alten Skateboardteilen verkauft, wie Ringe oder Halsketten.

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