Notariat für " Goldene Kelle" nominiert. Viel Lob für Neubau in der Hamerlingstraße, der harmonisch in bestehendes Ortsbild passt.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. April 2019 (04:35)
Das Notariat von Johannes Kienast in der Zwettler Hamerlingstraße wurde für den Architekturpreis „Goldene Kelle“ nominiert.
NOEN

Für den Architekturpreis „Goldene Kelle“ wurde das Notariat von Johannes Kienast in Zwettl nominiert.

Der Preis unter dem Motto „Alte Bauweise – neu interpretiert“ wird von der Ortsbildbroschüre „Niederösterreich GESTALTE(N)“ vergeben. Bevor Johannes Kienast 2017 in der Notariatskanzlei in der Hamerlingstraße einzog, war er am Hauptplatz 1 tätig. „Dort war ich eingemietet. Es steckten also auch ökonomische Gründe dahinter. Außerdem konnte ich meine idealtypischen Vorstellungen einer Kanzlei mit dem Architekturbüro Zauner umsetzen“, sagt Kienast. Zuvor war das Haus ein Friseurgeschäft, später wurde es als Bürgerhaus genutzt. Was Kienast zur Nominierung sagt? „Man investiert ja viele Mühen. Das ist eine Anerkennung, dass man etwas richtig gemacht hat.“

Eine Besonderheit des Hauses: Johannes Kienast zeigt den schmalen Gang. Deshalb wurden drei Lichthöfe eingebaut, die in den Innenhof blicken lassen.
Markus Füxl

Beim Wettbewerb wird das umgebaute Haus in der Rubrik „Lichtblicke in der Zwettler Innenstadt“ präsentiert. Die Formulierung hat einen Grund: „Die Herausforderung bei dem Grundstück ist, dass es 50 Meter lang, aber nur acht Meter breit ist“, erklärt Kienast. Weil an den Außenmauern baurechtlich keine Fenster sein dürfen, wurden drei Lichthöfe in den Gang gebaut.

Im Notariat wurden ein Empfangsbereich, drei Besprechungsräume, zwei Büros, drei Räume für die Sekretärinnen und eine Küche mit Terrasse gebaut. Im Dachgeschoss wird es eine 65 Quadratmeter große Wohnung geben, die vermietet werden soll. Bei der Ausstattung setzte Kienast auf Eichenholz. „Diese Holzart gilt als beständig und wertvoll. Diese Werte soll ja auch ein Notariat transportieren.“

Im Innenhof wurden acht Autostellplätze errichtet. „Damit müssen die Kunden in der Innenstadt nicht eine Viertelstunde lang suchen. Wir haben sozusagen ein Parkdeck im Erdgeschoss“, sagt Kienast.

Broschüre würdigt Harmonie mit Nachbarn

Von der Ortsbildbroschüre wird auch die Außenansicht gelobt. Der erdfarbene Strukturputz und die weiße Rahmung der Einfahrt würden eine harmonische Kombination mit den Fassaden der restlichen Hamerlingstraße bewirken.

Durch die Enge des Bauplatzes und der Positionierung der Garageneinfahrt ergaben sich asymmetrische Öffnungen und Fenster. „Das macht es auch modern. Wenn man etwas neu macht, soll man es auch sehen“, sagt Kienast.