Ehrfurcht vor dem Leben in Anden

Erstellt am 22. Januar 2022 | 06:39
Lesezeit: 3 Min
Schwester Karina Beneder aus Zwettl erzählt von ihrer Mission und den harten Bedingungen in Peru.
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„Zwei Grad derzeit – und keine Heizung“: Die harten Bedingungen in Peru bekommt Schwester Karina Beneder gerade am eigenen Leib zu spüren. Die Franziskanerin und Lehrerin lebt in den Anden, um armen Kindern und Familien helfen zu können. Sie bereitet gerade „alles für die Wasserfilteranlage vor“: Ein Projekt, das nach dem Bauprojekt mit der Partnerschule La Unión, ansteht. „Dann mache ich mich wieder auf den Weg nach San Pedro, um in den Dörfern Umweltprojekte und Sakramenten-Vorbereitung zu machen“, führt sie aus. „Momentan bereite ich das Thema ‚Plastik‘ und das Thema ‚Wasser‘ für die Kinder vor. Es sind Themen, die mehr geschätzt werden sollen.“

Seit Mitte November ist sie als Missionarin in San Pedro de Cajas in Tarma in den Anden von Peru tätig. Die Ordensfrau hat in der Adventzeit Kinder (Stoffpuppen, Schokolade, Federpennale, Stifte, Bälle) und alte Menschen (Zwiebel, Reis, Zucker) beschenkt: „Manche Dörfer sind sehr weit weg. Oft führt eine Fahrtstrecke über drei Stunden über steile, steinige Straßen.“

Sie bedankten sich überschwänglich: „Ich fühlte mich richtig beschämt und konnte es kaum fassen.“ Die Kinder können nach ihrer Beobachtung ihre Freude nicht richtig zeigen. Das liege „vermutlich an der Höhe, der Kälte und der harten Arbeit“, sagt Beneder. „Im Norden ist es ganz anders: Da ist es warm, die Kinder sind so herzlich und offen.“

„Allein und in ärmsten Verhältnissen“

Die Familien in San Pedro sind sehr arm: „Sie leben vom Kartoffelanbau auf sehr gefährlichen Hängen.“ Der Altersdurchschnitt ist sehr hoch, oft leben die Älteren „allein und in ärmsten Verhältnissen“. Ihnen fehlt das, was zu einem Haushalt gehört, wie etwa Bett, Ofen oder Kühlschrank. „Heizung hat hier sowieso niemand, obwohl die Temperaturen knapp an der Gefriergrenze sind.“

Die Zwettlerin schöpft viel Kraft aus ihrer Arbeit: „Mich hat es sehr gefreut, in den letzten Tagen und Wochen einige Kinder glücklich gemacht zu haben.“ Einfach sei das Leben auch für sie nicht immer: „Ich habe keine Heizung. Ich gewöhne mich schon daran, aber es ist nicht einfach. Manchmal ist es schwer, Luft zu bekommen.“ So hart die Bedingungen auch seien, „das wollte ich auch“, betont sie. „Ich habe große Ehrfurcht vor dem Leben hier!“

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