Pfadi-Camp feierlich eröffnet. Von René Denk Abenteuer-Camp kostet rund 240.000 Euro. In den nächsten zehn bis 15 Jahren soll Ausbildungscamp folgen.

Von René Denk. Erstellt am 08. Mai 2019 (06:42)

Trotz schlechter Wettervorhersage ließen es sich viele Menschen nicht nehmen, bei der Eröffnung des Abenteuercamps neben dem Pfadfinderheim am 4. Mai dabei zu sein.

Pfadfinder-Obmann Josef Mayerhofer ging zwei Geburtsstunden der Zwettler Pfadfinder ein: 1934 und nach dem Krieg 1949. Seither gibt es die Pfadfindergruppe ohne weitere Unterbrechungen. Gemeinsam im lustigen Frage-Antwort-Spiel mit den Pfadfinderkindern erklärte Mayerhofer, dass das Camp insgesamt 240.000 Euro kostet. Besonders dankte er dem Hauptverantwortlichen für das Projekt: Gruppenleiter Christian Wagner, der sich sehr kdafür eingesetzt hatte.

Bürgermeister Franz Mold ging genauer auf die Finanzierung ein: Rund 140.000 Euro oder 60 Prozent kommen von der „Leaderregion“, sind also EU-Fördergelder. Die Stadtgemeinde Zwettl legte dazu nochmals 60.000 Euro drauf. „Die Pfadfinder sind eine wichtige Einrichtung. Kindern und Jugendlichen werden wichtige Grundregeln beigebracht. Sie lernen dabei auch, Verantwortung zu übernehmen, was in unserer Gesellschaft sehr wichtig ist“, lobte Mold die Zwettler Pfadfinder. Das Verständnis für die Natur habe gerade heute einen hohen Stellenwert.

„Kinder müssen auch verlieren lernen!“

Eine Grundregel der Pfadfinder konnte Mold im Vorfeld der Veranstaltung recherchieren, die ihm sehr imponierte: „Ein Pfadfinder lacht und pfeift zu allen Schwierigkeiten. Das ist ganz wichtig, unseren Kindern mitzugeben. Sie müssen auch einmal verlieren können.“

Im Anschluss stellte sich jede Pfadfindergruppe mit ihrem Leiter vor. Gruppenleiter Christian Wagner dankte Eltern und Kindern für die Mithilfe beim Bau des Camps, denn rund 500 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden ebenfalls geleistet. Wagner betonte, dass der erste Teil (das Abenteuercamp) nun fertig sei. Auf der steilen Wiese hinter dem Pfadfindercamp soll in den nächsten zehn bist 15 Jahren ein Ausbildungscamp folgen.

„Bereits 2014 ist Christian das erste Mal mit dem Projekt zu mir gekommen“, erzählte der gebürtige Zwettler Landschaftsarchitekt Jürgen Meier. Die Truppe von Mario Penz errichtete das Camp. „Nach gefühlten 1.000 Arbeitssunden und 50.000 Schrauben waren wir dann auch fertig“, meinte Penz.

Dann wurden die ersten acht Fahrten mit dem „Flying Fox“, einer 110 Meter langen Stahlseilrutsche, die im zweigeschoßigen Baumhaus ihren Anfang und Ende hat, an die Kinder verlost und durchgeführt. Der Erlebnisparcours ist im Gegensatz zum „Flying Fox „frei zugänglich. Dort gibt es dann einen „Biberhaufen“ (Kletterbereich mit mehreren Holzstämmen), eine Hangelstrecke, einen Bereich mit Slacklines, Sprunginseln, einen Bachlauf, einen Balancierpfad und vieles mehr.

Die Zwettler Pfadfinder sind eine von rund 300 Gruppen in Österreich. Dereit sind in Zwettl zirka 150 Mitglieder dabei.