SPÖ prescht vor: Schule statt EKZ?. Für den sozialdemokratischen Bezirksvorsitzenden ist es noch nicht zu spät, das Kampcenter zu verhindern.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 30. Mai 2018 (05:00)
Archiv/SPÖ
Macht jetzt gegen das Einkaufszentrum mobil: SPÖ-Bezirksvorsitzender Herbert Kraus.

Jetzt macht die Bezirks-SPÖ mobil gegen das geplante Einkaufszentrum in der Gartenstraße und fordert stattdessen „Schule statt EKZ“!

Durch das Einkaufszentrum werde der Stadtkern massiv geschädigt, es setze die Betriebe einem Überlebenkampf aus, und es bringe eine Verkehrslawine über Zwettl. Dieser Meinung ist SP-Bezirksvorsitzender Herbert Kraus. „Wir brauchen qualifizierte Arbeitskräfte für Holzwirtschaft und Holztechnik“, so Kraus, der deshalb die Errichtung einer Fachhochschule anstelle des Kampcenters fordert. „Zwettl als Schulstadt wäre der ideale Standort dafür, eine Fachhochschule würde für eine nachhaltige Belebung der Stadt sorgen und hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen“, ist Kraus überzeugt.

„Das Geld wird nicht mehr, nur verlagert!“

Für den SPÖ-Chef bestehe gar kein Bedarf für ein Einkaufszentrum. „Das Geld wird nicht mehr im Börsl, sondern nur verlagert“, meint er in Hinblick auf die ausgesprochen niedrige Kaufkraft im Bezirk. „Jetzt haben wir mit der wunderbaren Umfahrung den Verkehr aus Zwettl gebracht, und trotzdem ist die Innenstadt lebendig. Mit einem EKZ würden wir wieder 5.000 Autos pro Tag in die Stadt ziehen – ein absoluter Horror.“

Kritik übt er auch an der geplanten Kampbrücke, die als Zufahrtsstraße für das Kampcenter dienen soll: „Ich sehe das nicht ein, dass die Gemeinde eine Firmenzufahrt zur Hälfte, mit 350.000 Euro Steuergeld, subventioniert, das ist politisch nicht tragbar“, meint Herbert Kraus. „Was ist, wenn jetzt eine Brücke gebaut wird, aber kein EKZ?“

Für Kraus ist der Zug noch nicht abgefahren: „Ich bin überzeugt davon, dass wir noch etwas bewegen können, dass unser Widerstand nicht nur in Zwettl, sondern bis St. Pölten gehört wird.“ Er will deshalb eine Ebene „höher“ gehen und das Projekt auf Landesebene zur Diskussion stellen. „Wir wollen einen Weckruf starten“, so Kraus, „denn es ist nicht zu spät, so lange nicht die Bagger aufgefahren sind!“

Prinz (ÖVP): "Wollen keine Verhinderungspolitik betreiben"

Für Vizebürgermeister Johannes Prinz (ÖVP) stellt sich die Frage EKZ oder Fachhochschule nicht: „Eigentümer des Grundstücks ist nicht die Stadtgemeinde, d. h. wir können da gar nichts machen!“ Der Kritik, die Kampbrücke würde nur für das EKZ gebaut, widerspricht er: „Die Brücke wird auch die sehr stark frequentierte Lagerhaus-Kreuzung massiv entlasten!“

Er ist nach wie vor vom Projekt überzeugt, weil es der Innenstadt wichtige Impulse bringen werde, und er weiß auch, dass die Bevölkerung nach wie vor ein Einkaufszentrum haben wolle, und das möglichst rasch. „Wir wollen keine Verhinderungspolitik betreiben. Wenn jemand kommt, der investieren will, werden wir ihn unterstützen“, so der Vizebürgermeister.

Einer Fachhochschule in Zwettl steht Prinz sehr positiv gegenüber – zusätzlich zum EKZ. „Ich bin sofort dafür!“ Trotzdem schätzt er eine Fachhochschule als etwas illusorisch ein: „Realistischer wäre eine Höhere Schule mit Holzschwerpunkt!“.

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