Stadtamt-Umbau ist abgeschlossen. Hochwasser hatte dem Gebäude stark zugesetzt, künftig gibt es langen Sprechtag.

Von René Denk. Update am 14. Juni 2019 (10:27)

Der Abschluss eines 5,3 Millionen Euro schweren Großprojekts der Stadtgemeinde Zwettl wird am Samstag, 15. Juni gefeiert: Nach rund zwei Jahren Bauzeit wird das umgebaute und sanierte Stadtamt fertig. (Details zur Feier siehe Infobox links).

Das alte Gemeindeamt platzte bereits aus allen Nähten. Im Dachgeschoß („zweiter Stock“) wurde deshalb das Archiv eingerichtet. Zudem war das Stadtamt komplett veraltet: Das ehemalige Krankenhaus war 1979 an seinen neuen Standort übersiedelt und das Gebäude stand daher leer. 1982 zog die Gemeinde dort ein, dafür wurde das Gebäude adaptiert und saniert.

Nach den beiden Hochwasser-Ereignissen 2002, bei denen das Wasser rund 80 Zentimeter im Erdgeschoß gestanden war, wurden die gröbsten Schäden beseitigt. Als Spätschäden des Hochwassers kamen Setzungen und Risse. Nach der Naturkatastrophe hatte man nämlich den Boden nicht herausgerissen.

„Die Umbau- und Sanierungsarbeiten im laufenden Betrieb waren belastend. Aber es haben alle mitgezogen. Auch die Bürger zeigten Verständnis“Gemeinde-Personalvertreter Franz Fischer

„Seit den Sanierungsarbeiten 2002 wurde am Stadtamt nichts mehr erneuert. Man muss sich vorstellen, dass die uralten Heizungen und Heizkörper noch vom Spital 1982 übernommen wurden“, schildert Bürgermeister Franz Mold. Das Dach musste auch unbedingt saniert werden. Es war nicht nur undicht, sondern war auch wärmetechnisch eine Katastrophe, betont Bürgermeister Mold.

Die Spätschäden des Hochwassers verursachten zudem gewaltige Risse im Mauerwerk, da der Boden unterspült worden war. Daher wurden alle Estriche und der Bodenunterbau neu gemacht.

Bei den Arbeiten wurde vor allem versucht, dass Betriebe der Region am Projekt beteiligt wurden. Das Gebäude bekam einen vollwertigen zweiten Stock aufgesetzt. Das Bauamt, das im Erdgeschoß fast bis zum Musikerheim ragte, wurde weggerissen. Dort entstand ein gepflasterter Platz für Sektempfänge bei Hochzeiten. Dadurch, dass immer öfter Gäste zur standesamtlichen Trauung kommen, könne der Platz so gut genützt werden, meint Mold. In das Erdgeschoß übersiedelte auch der Trauungssaal, der sich nun fast genau vor dem neu gepflasterten Platz befindet.

Bürgerbüro befindet sich beim Eingang

Weiters wurden Räume für das neue Bürgerbüro im Erdgeschoß gleich beim Eingang geschaffen. Dort arbeiten künftig vier Mitarbeiter. „Das Ziel von Bürgermeister Herbert Prinz war immer, ein richtiges Bürgerbüro zu schaffen, das die meisten Anliegen der Bürger gleich bearbeiten kann“, erklärt Prinz-Nachfolger Mold.

Weiters wurden einige wichtige Dinge für bessere Arbeitsbedingungen umgesetzt, wie schalldämpfende Decken. „Wenn in einem Büro für zwei Personen einer telefonierte und der andere eine Partei zu Gast hatte, dann gab es einen fürchterlichen Hall“, erinnert sich der Stadtchef, der den Gemeindemitarbeitern für ihr Durchhaltevermögen während den Bauarbeiten dankt.

Umbau bei laufendem Betrieb stattgefunden

„Die Umbau- und Sanierungsarbeiten im laufenden Betrieb waren belastend. Aber es haben alle mitgezogen. Auch die Bürger zeigten Verständnis“, weiß Personalvertretungsausschuss-Vorsitzender Franz Fischer. Jetzt gäbe es eine strukturiertere Aufteilung der Abteilungen und Nebenflächen. Auch Personalräume und Küche seien jetzt im entsprechenden Ausmaß vorhanden. Mit dem Umbau wird es zukünftig einen langen Sprechtag geben: Jeden Dienstag steht zumindest ein Mitarbeiter jeder Abteilung von 15.30 bis 18 Uhr bereit.

Ursprünglich hätten Sanierung und Ausbau des Stadtamts schon viel früher erfolgen sollen. 2009 erfolgte für Stadtamt und Musikerheim dazu ein Architektenwettbewerb. Wegen der Finanzkrise und den stark gesunkenen Ertragsanteilen wurde entschieden, nur das Musikerheim umzusetzen. Das Amt wurde ebenso nach den Plänen des damaligen Siegers, der Architekt Macho ZT GmbH aus Gmünd, umgebaut.