Stadtrat platzte Kragen: Jeder Baum wird nachgepflanzt. Ewald Edelmaier (FPÖ) ging gemeinsamer ÖVP-Grünen Antrag für Erreichung des Klima-Zieles zu weit.

Von René Denk. Erstellt am 03. Juli 2019 (08:40)
René Denk
Die Grünen einigten sich mit der ÖVP auf die unmittelbare Nachpflanzung von Bäumen. Im Bild: Eveline Pichler, Gabriele Linser, Thomas Göschl, Silvia Moser und Ewald Gärber.

Gemeinsam brachten ÖVP und Grüne bei der Gemeinderatssitzung vom 27. Juni einen Antrag zur Beschlussfassung ein: Jeder Baum der Gemeinde, der auch im Baumkataster erfasst ist und gefällt werden muss, soll innerhalb von zwei Vegetationsperioden ersetzt werden. Die Nachpflanzung soll möglichst nahe am Standort des gefällten Baumes erfolgen.

Im Einvernehmen mit dem zuständigen Stadtrat, den Stadtgärtnern oder dem forstlichen Betreuer der Gemeinde kann im Einzelfall von einer Nachpflanzung am selben Standort Abstand genommen und ein alternativer Standort gefunden werden. Bei nur gruppenweise erfassten Baumbeständen, die sich vorwiegend entlang der Zwettl oder des Kamps befinden, soll eine Stammzahlreduktion im Interesse der Erhaltung der unmittelbar benachbarten Bäume möglich sein.

„Wenn alle so wären, wie die Gemeinden Echsenbach oder Zwettl, dann hätten wir dank der fehlenden Klimaerwärmung im Sommer Minus zehn Grad“FP-Stadtrat Ewald Edelmaier.

„Wenn dort eine Mauer steht, kann ich an dieser Stelle den Baum nicht mehr pflanzen“, warf Stadtrat Ewald Edelmaier (FPÖ) in die Diskussion ein. Stadtrat Ewald Gärber (Grüne) erklärte, dass die Grünen sich mit dem Grundsatz, den Baum möglichst Standortnahe zu pflanzen, auch anfreunden konnten. „Der Grundsatz ist gut. Wenn wir einen Baum im Stadtkern von Zwettl fällen, werden wir ihn nicht in Uttissenbach pflanzen“, verdeutlichte Bürgermeister Franz Mold.

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Stadtchef Franz Mold freute sich über den gemeinsamen Antrag.

Sichtlich genervt von dem Beharren der Grünen, in Zwettl viel mehr für den Umweltschutz tun zu müssen, platzte Ewald Edelmaier (FPÖ) bei dem Tagesordnungspunkt der Kragen: „Wenn alle so wären, wie die Gemeinden Echsenbach oder Zwettl, dann wären wir Weltmeister im Klimaschutz und hätten dank der fehlenden Klimaerwärmung im Sommer Minus zehn Grad“, äußerte sich Edelmaier zynisch, dass Zwettl sowieso schon eine der grünsten Städte sei.

„Lieber Kollege von der FPÖ: Es wird uns nichts übrig bleiben, als die Klimaziele von Paris zu erreichen. Auch wenn du das ins Lächerliche ziehst“, betonte Gemeinderätin Silvia Moser (Grüne). „Das werden wir aber mit Zwettl sicher nicht ändern“, konterte Edelmaier, der gegen die Nachpflanz-Verpflichtung stimmte. Sein Parteikollege Gemeinderat Clemens Edinger enthielt sich der Stimme, der Rest war dafür.