Stift feiert Abtweihe und es wurde neuer Prior ernannt. Am Sonntag, 27. August (14 Uhr), wird Pater Johannes Maria Szypulski zum Abt von Stift Zwettl geweiht - nachdem ihn der Konvent am 29. Mai gewählt hat.

Von Wolfgang Zarl. Erstellt am 24. August 2017 (14:25)
Stift Zwettl / Zarl

Weihespender des gebürtigen Polen sind der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng und der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky. Die musikalische Gestaltung übernimmt Stiftskapellmeister Marco Paolacci. Nach dem Gottesdienst sind alle Mitfeiernden zu einer Agape geladen.

P. Johannes M. Szypulski wurde am 25. Juni 1956 in Mlawa, Polen, geboren. Nach seinem Studium am Priesterseminar in Plock (Polen) und seinem Eintritt in die Zisterzienserabtei Zwettl 1982 empfing er im Juni 1985 die Priesterweihe aus den Händen des damaligen Diözesanbischofs Dr. Franz Zak. Zuerst im Kloster als Präfekt der Sängerknaben sowie als Verantwortlicher für die Novizen tätig, folgte ab 1992 die Arbeit als Seelsorger in den Pfarren Großinzersdorf und Loidesthal (Erzdiözese Wien).

Neuer Prior

Der neue Abt des Zisterzienserstiftes Zwettl, Abt Johannes Maria Szypulski, hat nach Befragung des Konventes die Posten des Priors und des Subpriors neu besetzt. Neuer Prior des Stiftes ist P. Bernhard Prem. Geboren am 1. März 1964 in Zwettl, er war vor seinem Klostereintritt als Zimmermann tätig. Nach seiner Profess 1993 und dem Studium der Theologie an der Hochschule Heiligenkreuz wurde P. Bernhard Prem am 30. Juni 2000 zum Priester geweiht. Das gab das Stift auf der Website bekannt.

Stift Zwettl / Zarl

Das Stift Zwettl

Stift Zwettl als das weltweit drittälteste durchgehend bestehende Zisterzienser-Kloster datiert auf das 1138 zurück, als der Kuenringer Hadmar I. durch eine Stiftung Mönchen aus Stift Heiligenkreuz die Errichtung eines ersten Klostergebäudes am Kamp ermöglichte. Die wirtschaftliche Basis des Stiftes im Waldviertel bildete die Kultivierung des Landes. 1159 konnte die erste romanische Klosterkirche geweiht werden, die im 14. Jahrhundert durch einen gotischen Kirchenbau ersetzt wurde.

Kriege und die Reformation bescherten dem Kloster im 15. und 16. Jahrhundert schwierige Zeiten. Im Barock setzte dann aber eine Periode der religiösen und wirtschaftlichen Erneuerung ein; u.a. wurden die Stiftsgebäude vollkommen umgestaltet und die Kirche fertiggestellt und im Innern kostbar ausgestattet. Mit dem Kirchturm erhielt das Stift sein unverkennbares Wahrzeichen. Joseph Munggenast und Paul Troger gestalten den barocken Bibliothekssaal.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte im Rahmen der Josephinischen Kirchenreform eine weitgehende Veränderung des klösterlichen Leben, die Mönche wandten sich vermehrt der Seelsorge in den anvertrauten 15 Pfarren zu. Im 20. Jahrhundert überstand das Stift die beiden Weltkriege und die NS-Zeit weitgehend unbeschadet. Mit der Gründung des Bildungshauses in den 1920er-Jahren und der "Höheren Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft Yspertal" entstanden neue Arbeitsfelder in der Seelsorge.

Derzeit sind 18 Mönche im Stift Zwettl tätig. Sie leisten seelsorgliche Dienste in 17 Pfarren in der Umgebung. Unternehmerisch aktiv ist das Stift mit Betrieben in der Forst- und Teichwirtschaft. Letztere ist vor allem für die Zucht der Waldviertler Karpfen bekannt. Zum 875-Jahr-Jubiläum im Jahr 2014 war eine umfassende Klosterrenovierung abgeschlossen worden.