Zwettl

Erstellt am 26. April 2018, 05:00

von Markus Füxl

Sugos, Suppen, Sirupe: Kochen gegen den Abfall. Der Zwettler Verein „Flotte Lotte“ verwertet nach der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre Lebensmittel, die sonst in der Mülltonne landen würden.

Bei einem Tag der offenen Tür konnten Besucher die Produkte des Vereins „Flotte Lotte“ verkosten. Im Bild: Maria Pennerstorfer, Obfrau Elisabeth Mittendorfer, Dorothea Worber, Franziska Pennerstorfer, Maria Umgeher, Wolfgang Lindner, Elfriede Honeder, Beate Frühwirth und Sarah Waldhäusl (v.l.).  |  Markus Füxl

Was Metall mit einem herzhaften Gemüse-Curry gemeinsam hat, beantworteten die 35 Mitglieder des Vereins „Flotte Lotte“ bei einem Tag der offenen Tür am 21. April. Am ehemaligen Molkerei-Areal in der Zwettler Pater-Werner-Deibl-Straße kochen sie jede Woche nach der Fünf-Elemente Lehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

„Die Nahrungsmittel werden nach ihrer thermischen Wirkung und ihrem Geschmack unterteilt. Die Elemente ergänzen sich dann zu harmonischen Gerichten, die Leib und Seele gut tun“, erklärt Obfrau Elisabeth Mittendorfer die Küche. So steht etwa Ingwer für das Element Metall, Erbsen für Wasser und Brennessel für Feuer.

Lebensmittel vom Großhandel und Privaten

Noch eine Besonderheit macht die Produkte des Vereins aus: Die Mitglieder verkochen Obst und Gemüse, das sonst in der Mülltonne landen würde.

Ein Großteil der Nahrungsmittel kommt vom Großhandel Kastner, mit dem der Verein eine Partnerschaft eingegangen ist. Aber auch private Gärtner können übrig gebliebenes Obst und Gemüse anliefern. Daraus entstehen Currys, Chutneys, eingelegtes Gemüse, Frucht- und Gemüseaufstriche, Suppen und Sugos. Gekocht wird von Dienstag bis Freitag. Der Verkaufsladen steht jeden Mittwoch von 15 bis 18.30 Uhr sowie Freitag von 10 bis 12.30 Uhr offen.

Abfall reduzieren und Bewusstsein schaffen

„Ein besonderer Renner ist unser veganes Zwiebelschmalz“, verrät Mittendorfer. Sie möchte mit der Initiative Abfall reduzieren und ein Bewusstsein für das Konsumverhalten schaffen: „Wenn man in die Regale vieler Supermärkte blickt, stehen dort etwa Chinakohl, Erdbeeren und Avocados über das gesamte Jahr. Es herrscht der Anspruch, das alles jederzeit erhältlich sein muss. Wir verwenden in unserer Küche aber nur, was aktuell regional vorhanden ist.“

Wie viele Kilogramm Lebensmittel der Verein in den zwei Jahren seit der Gründung gerettet hat, kann Mittendorfer nicht sagen, aber: „Durchschnittlich produzieren wir zwischen 800 und 850 Gläser im Monat.“

Aktuell sind drei Personen für je 30 Wochenstunden angestellt, der Rest der Vereinsmitglieder arbeitet ehrenamtlich. Ein großes Ziel sei es, in Zukunft mehr Mitglieder anstellen zu können, so Mittendorfer: „Ein kleines Verkaufslokal mit Suppenküche in der Zwettler Innenstadt zu haben, wäre mein Traum.“